Weggeworfene Zigaretten schaden der Umwelt. Mit seiner Initiative "Die Aufheber" fordert Stephan von Orlow ein Pfand auf Zigaretten. Mithilfe einer Petition will er diese Idee realisieren. Allerdings handelt es sich um ein Konzept, das kompliziert und noch nicht ganz zu Ende gedacht ist.

Die kleinen Zigarettenstummel, die die Raucher unter uns achtlos auf den Boden werfen, sind schädlich für die Umwelt. Das Problem: Nikotin und Teer setzen sich beim Rauchen im Plastikfilter ab. Der Filter zerfällt zu Mikroplastik und die Gifte setzen sich frei. So verunreinigt ein einzelner Zigarettenstummel bis zu 200 Liter Grundwasser – ungefähr so viel wie in eine große Badewanne hineinpasst. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) landen zwei Drittel aller Zigaretten auf dem Boden - das sind weltweit 4,5 Billionen pro Jahr.

"Das finde ich einfach nur genial und dringend notwendig. Weil viel zu viele Leute ihre Kippen einfach wegwerfen und das wäre ein Mittel, von dem alle profitieren würden, ähnlich wie beim Flaschenpfand."
Ein Passant, der sich zum geforderten Zigarettenpfand äußert.
Stephan von Orlow mit einer Tüte voller Zigarettenstummel.
Stephan von Orlow will mit einem Zigarettenpfand gegen die Verschmutzung durch Zigarettenstummel vorgehen.

Mit seiner Petition und seiner Initiative "Die Aufheber" will Stephan von Orlow gegen das Problem vorgehen. Er fordert 20 Cent Pfand auf jede Zigarette, also mindestens vier Euro pro Packung. Und zu jeder Schachtel soll es einen Taschenaschenbecher dazugeben, damit Raucher die Zigarettenstummel problemlos sammeln können.

"An und für sich finde ich die Idee nicht schlecht, aber ich glaube umsetzbar ist die nicht so., das wirkt für mich noch nicht so ganz durchdacht."
Ein Passant

Das Pfand bekommen wir dann allerdings nur zurück, wenn der volle Aschenbecher und die Packung gemeinsam abgegeben werden. Und die Stummel werden dann recycelt.

Zigarettenpfand noch nicht zu Ende gedacht

Zu Ende gedacht ist das Pfandsystem auch noch nicht. Schon allein das Recycling von Zigarettenstummeln ist aufwendig, teuer und wird in Deutschland bisher kaum praktiziert. Deshalb kritisiert die Zigarettenindustrie, die das Pfandsystem nach Vorstellung der Initiative betreiben und finanzieren soll, die Petition.

"Man würde eine enorme Infrastruktur und Logistik rund um das Sammel- und Pfandsystem über Rücknahmestellen, Kennzeichnung, Transport, Reinigung, Vorleistung der Händler aufbauen. Nicht, um wertvolle Rohstoffe zurück zu gewinnen, sondern um sie ordnungsgemäß zu entsorgen – weil es die eigentlich Verantwortlichen, die Konsumenten nicht tun."
Jan Mücke, Geschäftsführer vom Verband Deutscher Zigarettenhersteller

Doch auch die EU sieht die Zigarettenindustrie in der Pflicht, etwas gegen die Verschmutzung zu tun. Erst im März hat sie eine Verordnung beschlossen, nach der sich die Zigarettenhersteller an den Kosten fürs Aufräumen und Entsorgung beteiligen sollen.

Stephan von Orlow von der Initiative "Die Aufheber" geht das allerdings noch nicht weit genug.

"Das ändert ja nichts daran, dass der Müll auf dem Boden landet und entsorgt werden muss und das ist ja gerade das Problem."
Stephan von Orlow, "Die Aufheber"

Eine Alternative für das Zigarettenpfandsystem wäre es, Bußgelder für achtlos weggeworfene Zigaretten zu erheben. Im Prinzip gibt es diese Regelung auch schon. In Deutschland können solche Bußgelder zwischen 35 und 100 Euro liegen. Allerdings gibt es bisher kaum Kontrollen und daher auch kaum Menschen, die solch ein Bußgeld bezahlen müssen.

Ein Zigarettenpfand könnte einen positiven Anreiz dafür bieten, dass wir Zigaretten erst gar nicht auf den Boden werfen. Das ist das Ziel, das Stephan von Orlow mit seiner Petition erreichen möchte.