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Wenn schon 200 Millionen Handys rumliegen, sollten es nicht noch mehr werden. Ein Handypfand könnte dafür sorgen, dass mehr Geräte wiederverwertet werden.

Ein Pfand auf Handys? 87 Prozent der Menschen in Deutschland können sich das wohl vorstellen. Das hat das Umfrageunternehmen Forsa für die Bundesstiftung Umwelt ermittelt. Der Branchenverband Bitkom hat hingegen erfragen lassen, dass eine Mehrheit der Menschen in Deutschland gegen ein Handypfand ist.

Verwertung wertvoller Rohstoffe

Die Idee ist einfach: Mit einem Handypfand kann die Wiederverwertung wertvoller Rohstoffe gewährleistet werden. Kaputte oder alte Geräte verstauben oft in Schubladen oder landen unerlaubterweise im Hausmüll. Geschätzt rund 200 Millionen Mobiltelefone liegen hierzulande ungenutzt herum.

Ein Handypfand käme erstmal beim Einkaufen obendrauf, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Christian Schmitt. "Wenn du nach ein paar Jahren das Gerät wieder zurückbringst, kriegst du das wieder zurück", erklärt er das Prinzip.

Alte Rohstoffe für neue Handys

Weil massenhaftes Recycling bei Handys bislang nicht wirklich praktiziert wird, werden die Rohstoffe für die Produktion eben auf konventionellem Weg gewonnen. Am Ende ist das schlecht für die Umwelt, findet Alexander Bonde. Dieser Abbau seltener Rohstoffe richtet ökologische Schäden an, sagt der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

"Wenn wir es schaffen, mehr Rohstoffe im Kreis zu führen, nicht ständig neue zu entnehmen und nicht alte wegzuwerfen und in Schubladen zu bunkern wie beim Handy, kämen wir auch in Sachen Umweltschutz deutlich voran."
Alexander Bonde, Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Grundsätzlich sind Handys gut recyclebar, erklärt Christian. Ob das neuste Modell oder klobiges Altgerät, die Rohstoffe im Handy sind weiterhin die gleichen.

"Tatsächlich könnte man von einem Handy, wenn man richtig sortiert, 80 Prozent wiederverwenden. Kupfer, Silber und Gold zum Beispiel."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk Nova Reporter

In Deutschland kommen pro Person knapp zwanzig Kilogramm Elektroschrott jährlich zusammen. Um diese Menge zu verringern, ist das Weitergeben alter Geräte eine gute Sache, findet Alexander Bonde.

Pfand als Rückgabeimpuls

Für die Rückgabe des Geräts ganz am Ende eines Handylebens, sei offenbar ein Impuls nötig. Alexander Bonde sagt: "Wenn das Handy wirklich durch ist, braucht es offensichtlich einen zusätzlichen Impuls, damit es die Leute dann abgeben und es nicht in der Schublade liegen bleibt."

Verschiedene Gesetzesvorhaben sollen hier ansetzen. Einerseits um die Recyclingquote von Geräten zu erhöhen, andererseits sollen die Hersteller die Lebensdauer ihrer Produkte verlängern. Auch für den Versandhandel kommt bald eine Rücknahmepflicht. "Ab dem kommenden Jahr müssen Händler, die solche Geräte verkaufen, sie auch wieder zurücknehmen. Kostenlos. Der Online-Handel muss sogar die Versandkosten bezahlen", erklärt Christian.