Für Beschäftigte in der Altenpflege soll es mehr Geld geben. Nach den Plänen von Gesundheitsminister Karl Lauterbach plant die Regierung einmalig 550 Euro zu zahlen, allerdings nur an Vollzeitbeschäftigte. Für diesen Plan gab es viel Kritik. Auch Sandro Plett, Altenpfleger aus der Eifel, findet eine Einmalzahlung falsch.

Seiner Meinung nach brauchen wir langfristige Lösungen, um die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte zu verbessern. "Wir brauchen keine Einmalzahlung – das geht beim besten Willen nicht", sagt Sandro Plett und verweist darauf, dass es auch nicht in Ordnung sei, nur den Vollzeitkräften einen Bonus zu zahlen.

"Das ist viel zu wenig."
Sandro Plett, Altenpfleger

Bei dieser Einmalzahlung von 550 Euro fühle er sich als Pflegekraft nicht mehr ernst genommen. Sandro Plett findet, dass sich insgesamt die Arbeitsbedingungen verbessern müssten. Sein Vorschlag: dauerhaft 1000 Euro mehr Gehalt für jede Pflegekraft. Auch, damit der Beruf für die nächsten Generationen attraktiv bleibe.

Wie viel ist die Pflege wert?

Natürlich entscheidet das nicht die Politik allein, wie viel Pflegekräfte verdienen. Da müsse es Tarifverhandlungen geben. Dabei müsse die Frage gestellt werden: Wie viel ist den Menschen in Deutschland die Pflege wert? Wo kommt das Geld dafür her?

"Da muss man ganz klar deutlich sagen: Altenpflege ist einer der wichtigsten Berufe in Deutschland, die brauchen einfach mehr Geld."
Sandro Plett, Altenpfleger

Während der Pandemie, als so viel über die Pflegekräfte geredet wurde, hatte Sandro Plett die Hoffnung, dass sich endlich etwas an den Arbeitsbedingungen ändere. Und jetzt? "Dann kommt man mit einem Bonus um die Ecke und denkt: 'Ja, das ist Schweigegeld. Jetzt sind wir ein bisschen beruhigt, und dann ist wieder gut'", sagt er. Geld könne nicht alle Probleme lösen, sagt der Altenpfleger, aber durch eine höheres Gehalt würde der Beruf attraktiver und so könnte dann auch das Problem des Personalmangels gelöst werden.

"Wie entsteht mehr Personal? Wenn der Beruf einfach attraktiver ist, wenn der Beruf besser bezahlt wird."
Sandro Plett, Altenpfleger

Sandro Plett mag seinen Job, weil er von den Menschen, die er pflegt, viel zurückbekommt. Zum Beispiel war er gerade eine Woche krank, erzählt er: "Dann sagt da ein Bewohner zu mir: 'Schön, dass du wieder da bist. Du hast hier wirklich auf Station gefehlt.' Und das sind so ganz kleine Momente, wo du einfach, denkst: 'Krass, das kann keiner bezahlen.'"