Tim ist bei einer Abtreibung geboren worden, das passiert nicht oft. Familie Guido hat ihn als Pflegekind aufgenommen. Inzwischen leben drei Pflegekinder bei den Guidos. Und sie freuen sich über jedes einzelne.

Die Guidos haben fünf Kinder: Zwei leibliche und drei Pflegekinder. Die Pflegekinder haben alle das Down-Syndrom (Trisomie 21). Allein das ist statistisch gesehen schon eine Besonderheit. Berühmt wurde Familie Guido aber durch etwas anderes.

Als Tims leibliche Mutter vor 17 Jahren erfuhr, dass Tim mit dem Down-Syndrom zur Welt kommt, entschloss sie sich zum Schwangerschaftsabbruch im sechsten Monat. Normalerweise ist zu diesem Zeitpunkt eine Abtreibung nicht möglich. Doch für die leibliche Mutter war es nicht vorstellbar, Tim aufzuziehen. Sie wurde panisch und drohte mit Suizid, sollte die Abtreibung nicht durchgeführt werden.

Tim überlebte die Abtreibung. Ein seltenes Ereignis. Und für Familie Guido ein Glücksfall.

Die Guidos wurden nach Tims Geburt gefragt, ob sie ihn in Pflege nehmen. Sie hatten sich vorher nie Gedanken darüber gemacht, ob sie auch ein Kind mit einer geistigen und motorischen Beeinträchtigung aufnehmen wollten. Doch als sie Tim sahen, war schnell klar: Das wird unser Kind.

"Wir haben ihn gesehen. Und sofort in ihn verliebt, in seine blauen Augen. Dann haben wir ihn zu uns geholt."
Simone Guido

Die zwei leiblichen Kinder der Guidos sind zum Studieren bereits aus dem Haus. Die drei Pflegekinder leben noch zu Hause, besuchen eine Förderschule. Den Guidos bereiten sie viel Freude. Und egal ob Down-Syndrom oder nicht, egal ob leiblich oder in Pflege: Es sind die eigenen Kinder.

"Wir freuen uns über andere Dinge als Menschen, die nicht ein behindertes Kind haben. Die haben oft ganz andere Werte: Dass die einen guten Schulabschluss haben sollen, eine gute Ausbildung. Und das erzeugt Druck. Und dieser Druck ist uns genommen mit unseren behinderten Kindern, weil wir über jeden kleinen Schritt, den sie lernen, froh sind."
Simone Guido

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