Wenn eine Katze schnurrt, fühlt sie sich wohl – das denken viele von uns. Eine Forscherin hat Katzenlaute phonetisch untersucht und sagt: Katzen, die Schmerzen haben, schnurren auch. Mit ihrer Studie von Katzenlauten will sie dazu beitragen, dass wir deren Bedeutung besser verstehen.

In diesem Artikel geht es um verschiedene Katzenlaute. Beispiel dafür könnt ihr im Audio hören (Play-Button oben).

Susanne Schötz forscht auf dem Gebiet der Phonetik, sie hat fünf Katzen. Mit ihrem neuen Forschungsprojekt Meowsic, das sie an der schwedischen Lund University durchführt, verbindet sie beides miteinander: Sie erforscht, welche Laute Katzen in verschiedenen Situation von sich geben und wie diese gedeutet werden können.

Für ihr Projekt hat Susanne Schötz zusammen mit ihrem Team die Katzenlaute von 70 Katzen aus drei unterschiedlichen Regionen in Schweden aufgezeichnet. Die aufgezeichneten Laute ordnet sie in verschiedene Kategorien ein:

  • Laute mit geschlossenem Maul wie Schnurren
  • Laute mit öffnendem-schließendem Maul wie Miauen
  • Laute mit gespanntem, offenen Maul, zum Beispiel Fauchen

Daraus hat sie eine Art Glossar entwickelt, das einen Überblick über die wichtigsten Katzenlaute bietet.

Katzen signalisieren Gefühle und Absichten mit ihrer Stimme

Das Miauen zählt zu den Lauten, die eine Katze am häufigsten nutzt, um zum Beispiel mit Menschen zu kommunizieren. Aber weil Katzen in vielen verschiedenen Situationen miauen, kann dieser Vokalisierung keine bestimmte Bedeutung zugeordnet werden, stellt Susanne Schlötz fest.

Sie sagt, dass Miauen zum Beispiel so etwas wie, "ich habe Hunger" oder "ich möchte nach draußen gehen" oder "ich möchte Aufmerksamkeit" bedeuten kann.

"Katzen kommunizieren nicht nur mit Tönen, sondern auch mit Körpersprache oder kontextbedingtem Verhalten."
Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Johanna Stapf über die Studie von Susanne Schlötz

Laute wie das Schnurren, das die Katze mit geschlossenem Maul erzeugt, bedeuten eher so etwas wie "ich bin keine Bedrohung", sagt die Forscherin. Fauchen, bei dem das Maul der Katze offen und gespannt ist, dient als Warnung oder soll Gefahren abwehren.

Katzen variieren auch ihre Stimmlage. Wenn sie tiefe Töne einsetzen, wirken sie auf potenzielle Gegner aggressiver und bedrohlicher.

Tipp für Katzenbesitzer

Susanne Schlötz empfiehlt Katzenbesitzern ihr Haustier mit einer leisen und hohen Stimme anzusprechen, um der Katze zu signalisieren, dass die Frauchen und Herrchen freundlich eingestellt sind.