Ständig auf das Smartphone zu gucken, statt sich mit dem Gegenüber zu unterhalten. Das kann ein Zeichen für Unzufriedenheit in der Liebes- oder Freundschaftsbeziehung sein.

"Phubbing" heißt die nervende Angewohnheit von Menschen, die mehr mit ihrem Smartphone als ihrem Gegenüber bei Verabredungen beschäftigt sind. Das kann so weit gehen, dass man sich fragt: Wozu überhaupt treffen, wenn das Smartphone so viel interessanter ist als die Verabredung.

Phubbing kommt aus dem Englischen und ist zusammengesetzt aus den Worten "phone" und "snubbing" – also abblitzen lassen. Und tatsächlich gibt es dazu Untersuchungen: Zwei Wissenschaftlerinnen aus den USA haben dazu eine Umfrage durchgeführt.

Ängstliche und neurotische Menschen phubben

Eines der Ergebnisse: Menschen, die sich selbst als kooperativ und mitfühlend beschreiben, phubben eher weniger. Das machen offenbar eher Menschen, die in der Tendenz ängstlicher in Beziehungen mit anderen Menschen sind, die vielleicht depressiv verstimmt oder neurotischer sind. Letzteres kann sich zeigen in Stress, aufgeregt sein, Schüchternheit und Stimmungsschwankungen.

Eine These: Phubbende Menschen sind offenbar unzufriedener mit ihren Freundschaftsbeziehungen als Menschen, die nicht phubben. Noch ungeklärt ist, was zuerst da war: Verschlechtert das ständige Benutzen des Smartphones auch in Gegenwart anderer Menschen die Freundschaftsbeziehungen? Oder sind die Menschen schon unzufrieden und weichen deshalb aufs Smartphone aus?

"Man weiß von früheren Studien, dass sich phubben negativ auf Partnerschaften auswirkt."
Anne Preger, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Hinweise gibt es jedenfalls darauf, dass dieses Verhalten schädlich für eine Beziehung ist. Unabhängig davon, ob es sich dabei um eine Liebesbeziehung oder eine Freundschaft handelt.

Tipps, wie sich von Phubbing betroffene Menschen verhalten können, liefern die Wissenschaftlerinnen nicht. Der Ansatz von Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anne Preger: Wie wär es mit ansprechen? Und dabei den Ich-Bezug statt den Vorwurf wählen: "Mir geht es nicht gut damit, dass du immer aufs Handy guckst."