Was müssen Start-ups mitbringen, um Investorinnen und Investoren zu überzeugen, sie zu finanzieren? "Leidenschaft für ihr Projekt", sagt Till Ohrmann, der in Köln die "Pirate Summit" organisiert.

Diese eine kleine Idee, die möglichst vielen gefällt und auch Investoren davon überzeugt, da Geld reinzustecken. Diese Hoffnung tragen viele Menschen mit sich herum, die zur "Pirate Summit" nach Köln reisen. Das ist ein Event für die Start-up-Szene, auf dem sich Gründerinnen und Gründer mit Investorinnen und Investoren vernetzen können. Drei Tage geht es auf der "craziest Start-up conference", so die Eigenwerbung der Organisatoren, um den nächsten großen Deal.

Einer der Organisatoren ist Till Ohrmann. Und der sagt: Um Investoren von einem Projekt zu überzeugen, muss ich auf jeden Fall eine gewisse Leidenschaft mitbringen, eine Verrücktheit für eine Idee. Dazu gehört dann aber auch ein gewisses Maß an Disziplin. Denn damit eine Idee umgesetzt werden kann, brauchen Gründerinnen und Gründer eine gewisse Zielstrebigkeit und müssen sich auch auf ihr Projekt konzentrieren können, ohne sich ablenken zu lassen.

Wichtig ist auch, gut zu kommunizieren, die richtigen Leute zusammenzubringen, die im Team mitarbeiten und die natürlich auch entsprechend zu motivieren. Und dann, sagt Till Ohrmann, braucht man einfach auch ein bisschen Glück.

Ideenpitch in drei Minuten

Wo Start-ups gerade richtig gute Chancen haben, ist bei Software-Lösungen für grüne Technologien. Wer so eine Idee beim "Pirate Summit" pitchen möchte, benötigt zunächst ein Ticket für 99 Euro. Dort haben Gründerinnen und Gründer dann drei Minuten Zeit, ihre Ideen zu präsentieren.

Angelehnt ist diese Art zu pitchen an den Elevator Pitch. Dahinter steckt die Idee, mit einem Investor in einem Aufzug zu fahren und nur so viel Zeit zu haben, seine Idee vorzustellen, wie der Aufzug benötigt, um die Zieletage zu erreichen - also eine Minute.

"Das ist zwei Minuten mehr, als man sonst bekommt."
Till Ohrmann, organisiert die Start-up-Konferenz "Pirate Summit" in Köln

Trotz Eintrittsgeld: Am Ende darf nur eine Auswahl von Pitchwilligen auch auf die Bühne. Knapp 60 Start-ups präsentieren ihre Ideen. Und die werden vorher noch mal auf ihren Auftritt vorbereitet. Investorinnen und Investoren zahlen übrigens deutlich mehr Eintritt für die "Pirate Summit". Für die kostet ein Ticket 700 Euro. Ziel ist es, sich eines der wenigen guten Start-ups aus Nordrhein-Westfalen (NRW) zu greifen, um am Ende ein richtig gutes Geschäft zu machen und ganz vorne mit dabei zu sein.

Dass Problem, dass es nicht genügend gute Start-ups gibt, hat NRW aber nicht exklusiv, sagt Till Ohrmann. In ganz Europa hinke die Start-up Branche hinterher. Das liege auch daran, dass das Thema Bildung in dem Bereich in den vergangenen 15 bis 20 Jahren verschlafen worden sei.

Eine Veränderung zeigt sich aber jetzt schon deutlich. Während früher vor allem BWLer gegründet hätten, seien es heute immer mehr Ingenieurinnen, Naturwissenschaftler und Programmiererinnen, , sagt Till Ohrmann. Auch, wenn der Frauenanteil bei den Start-ups immer noch recht gering ist.

"Was wir auch sehen ist, dass NRW als Beispiel deutschlandweit noch stark hinten dran hängt, was die Zahl der Frauengründungen angeht."
Till Ohrmann, Till Ohrmann, organisiert die Start-up-Konferenz "Pirate Summit" in Köln