Er war der erste, komplett computeranimierte Spielfilm: Vor 20 Jahren kam Toy Story in die Kinos. Der Streifen um Woody und Buzz Lightyear hat aus der kleinen Animationsklitsche Pixar eines der wichtigsten Filmstudios der Welt gemacht.

Bei Pixar läuft es. Wenn die Animationskünstler aus Kalifornien einen neuen Film in die Kinosäle bringen, können sich die Ticketverkäufer auf lange Schlangen einstellen. Der letzte Toy-Story-Film hat zum Beispiel mehr als eine Milliarde Dollar eingespielt. Vom fetten Zusatzgeschäft mit Spielzeug, BluRays und dem ganzen Merchandise-Kram ganz zu schweigen. Und ganz nebenbei räumt Pixar einen Oscar nach dem anderen ab.

Toy Story - die letzte Chance für Pixar

Toy Story hat den Grundstein für den Erfolg gelegt. Ohne den Spielzeug-Cowboy Woody und den Space Ranger Buzz Lightyear mit seinem "Bis zur Unendlichkeit... und noch viel weiter!" kein Pixar. Vor ihrem Megaerfolg hatte das Team um den Computerexperten John Lasseter die Spezialeffekte für George Lucas gemacht und den einen oder anderen Kurzfilm produziert - vor allem entwickelten die Pixars aber Hochleistungsrechner für Computer-Design.

Und dann kaufte sich Steve Jobs, gerade frisch bei Apple rausgeschmissen, die kleine Firma. Fünf Millionen Dollar legte er dafür hin. Toy Story war dann ein paar Jahre später ein Experiment - mit dem Pixar ordentlich auf die Schnauze zu fallen drohte und kurz vor der Pleite stand.

"Was macht das Spielzeug, wenn man nicht hinguckt, die Ratte, die Chefkoch werden will, das kleine Mädchen, das von vier personifizierten Emotionen von einer Art Schaltzentrale in ihrem Kopf aus gesteuert wird. Das sind große Geschichten!"
DRadio-Wissen-Reporterin Tina Kießling über die Pixar-Filme

Das Pixar-Team konnte fantastisch mit der Technik umgehen und großartig animieren. Nur mit dem Erzählen von Geschichten haperte es am Anfang noch. Als der erste Rohschnitt von Toy Story den Disney-Leuten gezeigt wurde, kam der Film alles andere als gut an. Der Tag der Vorführung ist bis heute als "Black Friday" in der Firmengeschichte bekannt. Die Geschichte hatte weder Hand noch Fuß und die Charaktere waren unsympathisch. Das Team bekam seine allerletzte Chance, steckte ein letztes Mal alle Energie ins Drehbuch - und schuf schließlich das Toy Story, das wir heute kennen.

Heute ist für Pixar die Story das Wichtigste. Am letzten Pixar-Erfolg "Alles steht Kopf" hat das Team fünf Jahre lang gearbeitet - und dafür ging die Hälfte allein für das Drehbuch drauf. Und selbst dann kann es bis zum Schluss noch Änderungen geben.

Übrigens: Als Disney später Pixar übernommen hat, soll das mehr als sieben Milliarden Dollar gekostet haben. Da hat Steve Jobs damals ein echtes Schnäppchen gemacht.

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