100 Milliarden Plastiktüten werden in der EU jedes Jahr benutzt und weggeschmissen. Das möchte die EU jetzt ändern. Wie das gehen soll, erklärt Sebastian Sonntag.

Bei der Umsetzung der Richtlinie lässt die EU den Mitgliedstaaten relativ freie Hand, die Länder dürfen Plastiktüten sogar komplett verbieten. Das Ziel ist aber klar: 2025 muss der Pro-Kopf-Verbrauch von Plastiktüten auf 40 pro Jahr gesunken sein. Zum Vergleich: Zurzeit schmeißt jeder Europäer pro Jahr 200 Plastiktüten auf den Müll. Dabei geht es vor allem um leichte Plastiktüten, die in manchen EU-Ländern kostenlos an den Kassen ausliegen.

"Ausgenommen von der Regelung sind so ganz dünne Plastiktüten, die man vom Obstverkäufer auf dem Markt bekommt. Und so ganz dicke robuste Tüten, die es zum Beispiel bei Ikea gibt."
Sebastian Sonntag

Damit das Ziel erreicht wird, planen Politiker und das Bundesumweltamt eine Gebühr für alle Plastiktüten einzuführen - auch für solche, die man in Klamottenläden bekommt.

Plastiktüte vs. Papiertüte

Wer glaubt Papiertüten könnten eine Lösung sein, liegt aber auch falsch, erklärt Sebastian Sonntag. Die Nachteile von Plastiktüten sind klar:

  • Plastiktüten werden aus Erdöl hergestellt
  • Plastik verrottet frühestens nach 500 Jahren
  • Unsere Meere füllen sich immer mehr mit Plastikmüll an, das ist eine Gefahr für alle Meeresbewohner

Die Ökobilanz von Papiertüten ist aber nicht unbedingt besser:

  • Für Papiertüten aus Neufasern, braucht man viele Chemikalien und viel Wasser
  • außerdem muss mehr Material eingesetzt werden, um die gleiche Reißfestigkeit zu bekommen
  • und Papiertüten gehen schneller kaputt als Plastiktüten und werden darum seltener wiederverwendet
"Egal ob Jutebeutel oder Polyester - Mehrwegtragetaschen sind immer die beste Wahl."
Sebastian Sonntag