Manchmal geht es nicht ohne Plastik. In der Medizin sind Kunststoffe zum Beispiel wichtig, um steril arbeiten zu können. In der fünften Folge ihres Podcasts "Gefährlich praktisch" beschäftigt sich Kerstin Ruskowski damit, wo Plastik sinnvoll ist und wo nicht.

In Deutschland werden dank des Pfandsystems 95 Prozent der PET-Flaschen zurückgegeben. Die Recyclingquote ist aber noch lange nicht so hoch, wie sie sein könnte. Laut des Naturschutzbundes NABU wird etwa jede zweite PET-Flasche in Deutschland recycelt, der Rest vor allem nach Asien exportiert. Generell ist die Recyclingquote bei Glas, Papier und Metallen viel höher als bei Plastik.

Plastik, das nur einmal benutzt wird und dann eingeschmolzen und recycelt werden muss, ist nicht nachhaltig. Plastik, das mehrfach benutzt wird, kann auch sinnvoll sein, zum Beispiel bei neuen Technologien wie Elektromobilität.

"Megatrends wie Leichtbau oder Elektromobilität, oder das Haltbar-Machen von Nahrungsmitteln und auch Mobilität im weitesten Sinne, all das wäre ohne Kunststoffe undenkbar."
Hans-Josef Endres, Professor am Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik der Universität Hannover

Oft trägt Plastik zur Nachhaltigkeit bei. Mit Kunststoffen können zum Beispiel Fenster und Türen abgedichtet werden, sodass wir weniger heizen müssen.

In Krankenhäusern helfen Kunststoffe, Menschenleben zu retten. Von der sterilen Einmal-Spritze bis zur Knochenschraube. Deshalb findet Katharina Landfester, Direktorin am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz, dass man Plastik nicht pauschal in gut oder schlecht einteilen kann. Und Rainer Dahlmann von der RWTH Aachen bezweifelt, dass man von jetzt auf gleich alle Kunststoffe abschaffen könne.

"Die Frage ist ja, was passiert, wenn wir sagen: Wir nehmen den Kunststoff da raus. Dass wir dann auf Anhieb ein System bekommen, das ökologisch, ökonomisch sinnvoller ist, ist extrem unwahrscheinlich."
Rainer Dahlmann, Professor am Institut für Kunststoffverarbeitung in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen

Weitermachen wie bisher scheint aber auch keine Lösung zu sein. Im Plastikatlas 2019, den der Naturschutzbund BUND zusammen mit der Heinrich-Böll-Stiftung herausgebracht hat, steht, dass die Produktion von Kunststoffen bis 2050 rund 56 Gigatonnen CO2 erzeugt haben wird.

In der nächsten, und letzten Folge beschäftigt sich Kerstin Ruskowski damit, wie wir in Zukunft anders und vielleicht sogar besser mit dem Thema Plastik umgehen können.