Gras allein ist nicht mehr gut genug: Die Profis spielen in den großen Arenen immer häufiger auf Hybridrasen - der ist robuster. Teuer ist er auch. Darüber haben wir mit dem Rasenspezialisten Rainer Ernst gesprochen.

Wer bei Hybrid immer an Autos dachte, muss sich umstellen. Denn Hybridrasen ist der letzte Schrei im Spitzenfußball. In den Stadien und Trainingsstätten der Bundesliga gibt es Natur- und Kunstrasen und eben eine Mischung aus beiden Varianten.

Hybridrasen vereint die idealen Spieleigenschaften von Naturrasen mit der Stabilität und Belastbarkeit von Kunstrasen.

Bundesliga setzt auf Hybridrasen

Die drei wichtigsten Methoden der Rasenbauer für Hybridrasen: 

  • Kunstfasern werden maschinell tief bis in das Wurzelwerk eines bestehenden Naturrasens implantiert.
  • In eine weiche Kunstfasermatte wird Rasen eingesät und wächst ein. 
  • In eine Hybridtragschicht mit gewachsenem Naturrasen werden Kunststofffasern eingemischt

Eingesetzt wird Hybridrasen zurzeit in Hamburg, beim FC Bayern, in Hoffenheim, beim 1. FC Köln und in Bielefeld – um nur eine Auswahl zu nennen. Bei der Euro 2016 in Frankreich wurde in acht von zehn Stadien auf Hybridrasen gespielt.

"Wir haben das das erste Mal 1998 in Leverkusen installiert - so ein System dieses Implantieren von den Kunststoffrasenfäden."
Gesprächspartner Rainer Ernst, Landschaftsarchitekt

Die Pflege der Hybridrasenplätze ist allerdings aufwendiger und kostspieliger als bei Naturrasen. Die Kosten in der Anschaffung liegen zwischen Kunstrasen (teuer) und Naturrasen (günstiger) und über Asche (am günstigsten).

Im Detail ergeben sich für die Neueinrichtung von Spielstätten folgende Kosten (Angaben von sportstättenrechner.de):


Tenne- / Ascheplatz                                                                                       297.000 Euro

Naturrasen                                                                                                        300.000 Euro

Hybridrasen                                                                                                      503.000 Euro
 (eingewebte Kunststoffrasenmatte)

Hybridrasen                                                                                                      544.000 Euro (Hybridrasentragschicht mit elastischen Kunststofffasern)                             

Kunstrasen                                                                                                       620.000 Euro
 

Alle Berechnungen ohne Flutlichtanlage, ohne Bewässerungsanlage, aber inklusive Steuern und Baunebenkosten. Gerundet auf Tausender. Sortierung von günstig nach kostspielig. Die Pflege von Rasenspielflächen ist grundsätzlich teurer und zeitaufwendiger als die Pflege von Ascheplätzen.

Für Profis sind nicht nur die Kosten von Interesse. Die Spieler müssen sich wohlfühlen - auf einem Rasen, der Verletzungen hervorruft, oder begünstigt, wollen sie nicht auflaufen.

"Der große Vorteil von einem Hybridrasen ist, dass sie eine hervorragende Wasserdurchlässigkeit haben, und dass sie eine hervorragende Ebenflächigkeit haben. Das sind zwei Kriterien, die für die Spieler ganz wichtig sind."
Gesprächspartner Rainer Ernst, Landschaftsarchitekt