Vor 16 Jahren ist Polen der Nato beigetreten. Ein Land, das davor lange zum Warschauer Pakt gehörte - dem Ostbündnis also. Diese Nato-Osterweiterung ist in Russland allerdings nicht besonders gut angekommen.

In Polen vergeht kaum ein Tag, an dem nicht über die Ukraine-Krise berichtet wird. Mit mulmigen Gefühlen beobachtet man das, was im Nachbarstaat vor sich geht. Einige Polen haben sogar einen Teil ihres Geldes in Euro umgetauscht - für den Fall, dass sich die Krise ausweitet, sagt Adam de Nisau, Radiojournalist in Warschau.

"Besonders am Anfang des Konfliktes waren die Polen viel stärker informiert als zum Beispiel die Deutschen."
Adam de Nisau über das Medienverhalten der polnischen Bevölkerung

In Panik ist die Bevölkerung allerdings nicht. Denn der EU-Beitritt und die Zugehörigkeit zur Nato vermitteln eine gewisse Sicherheit. Was bleibt, ist die Angst vor einer unkontrollierten Eskalation des Konfliktes, denn dann wäre Polen gemeinsam mit den baltischen Staaten als erstes betroffen.

"Es ist schon ein gewisses Gefühl von Bedrohung da."
Adam de Nisau verfolgt das Geschehen nicht nur als Journalist intensiv

Auch deshalb reicht den Polen eine vorübergehende Stationierung von Nato-Soldaten nicht aus: Sie plädieren für eine ständige Natio-Präsenz. Denn mit Garantien alleine hat Polen in der Vergangenheit keine allzu guten Erfahrungen gemacht. Und der Konflikt in der Ukraine macht deutlich, dass die Garantien des Westens alleine auch nicht immer ausreichen, sagt Adam de Nisau.