Die Männer und Frauen der Wachpolizei unterstützen nach einer nur dreimonatigen Ausbildung die Polizei. Dabei führen sie auch eine Waffe mit. Unser Reporter Sammy Khamis hat einen von ihnen getroffen und auch mit Kritikern der Einheit gesprochen. 

Die Wachpolizei ist eine Polizeieinheit und sieht auch so aus. Mit dem Unterschied, dass auf ihren Uniformen nicht Polizei, sondern Wachpolizei steht. 

Die Männer und Frauen unterstützen in Hessen, dem Saarland und seit einem Jahr auch in Sachsen die Einsatzkräfte der Polizei. Weil die regulären Polizisten in Sachsen wegen Einsätzen rund um Pegida oder Fußballspielen zum Beispiel einen riesigen Berg an Überstunden angehäuft haben, wurden Leute gebraucht. Mit der Wachpolizei soll schnell etwas gegen den Mangel an Einsatzkräften getan werden. 

Wachpolizisten schieben nach einer dreimonatigen Ausbildung Wache vor bestimmten Gebäuden wie beispielsweise Synagogen, Moscheen oder Asylbewerberunterkünften. Neben dem Objektschutz begleiten sie reguläre Beamte bei Einsätzen - zum Beispiel wenn sie einen Streit in einer Wohnung schlichten sollen. Die Wachpolizisten dürfen eine Waffe tragen oder auch Personen durchsuchen. Es gibt aber einen wichtigen Unterschied zum Beamten: Sie dürfen niemanden festnehmen.  

Einer von ihnen: der ehemalige Zeitsoldat Thomas Geithner aus Sachsen. Er ist 32 und arbeitet seit einem Jahr bei der Wachpolizei. Aufmerksam auf den Job wurde er durch eine Werbekampagne. 

Der Job sichert ihm und seiner Familie mit 2200 Euro brutto monatlich seine Existenz. Seine Überlegung: 

"Bevor das Lebensalter zu fortgeschritten ist, dass man was tun kann, um beruflich noch mal was zu erreichen. Dadurch, dass ich vier Jahre Zeitsoldat war, hat man gewisse Ausbildungsabschnitte, die ähnlich waren."
Thomas Geithner war vier Jahre Zeitsoldat

Insbesondere die kurze Ausbildung stößt auf viel Kritik. Denn die dreimonatige Ausbildung, sei viel zu kurz für den sicheren Gebrauch einer Waffe, so sagen Kritiker. Auch aus diesem Grund lehnen Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen oder Bayern das Konzept von Wachpolizisten ab. 

Kritiker stört auch das Ausbildungssystem. Denn die findet an Polizeischulen statt und das auf Kosten der regulären Polizeiausbildung. Das sagt der sächsische Grünenpolitiker Valentin Lippmann. Bürger, die sich gegen Pegida engagieren, fürchten außerdem, dass rechte Kräfte die Wachpolizei unterwandern könnten.