Am Sonntag (06.07.) hat Hillary Clinton in Berlin ihr Buch "Entscheidungen" vorgestellt - und zwar im Schillertheater. DRadio-Wissen-Autorin Hanna Ender war dabei.

Und sie war überrascht: Denn Hillary Clinton kam ganz bodenständig daher. Es kamen weder ranghohe Politiker, noch gab es einen roten Teppich. Am auffälligsten seien die vielen jungen Frauen gewesen, die zu Clintons Lesung gekommen sind, sagt Hanna Ender. Für die sei Hillary Clinton ein Vorbild, vor allem wenn sie selbst politisch engagiert sind. Bei ihrer Lesung hat Hillary Clinton darum vor allem persönlich berührt.

"Es war ein super Auftritt, sehr eloquent und auch sehr emotional. Man hat wirklich gemerkt, dass sie das Publikum zum Lachen bringt. Bei so krassen Themen wie Bengasi hat man gemerkt, dass es sie auch wirklich mitnimmt."
Eine Besucherin

Bewerbung für die Präsidentschaftskandidatur

In ihrem Buch "Entscheidungen" resümiert Hillary Clinton ihre vier Jahre als US-Außenministerin - auf 900 Seiten. Das sei teilweise erschlagend, aber teilweise auch so spannend zu lesen wie eine Krimi, erzählt Hanna Ender. Lustig seien die Passagen, in denen es um Machomänner wie Wladimir Putin oder Nicolas Sarkozy geht. Eigentlich wollte sie ihr Buch sogar anders nennen, nämlich "Ich war in 112 Ländern und immer geht es nur um meine Frisur", dann sei aber doch der Titel "Entscheidungen" rausgekommen.

"Damit will sie vor allem zeigen, dass sie ihren Job total gut gemacht hat und super geeignet wäre, die USA in Zukunft zu führen."
Hanna Ender

Genau habe sie sich allerdings nicht zu ihren Präsidentschaftsplänen geäußert. sagt Hanna Ender. In Berlin seien sich aber alle Besucher sicher gewesen: Sie wird es machen.

"Das heißt nichts. Als Obama sie 2008 als Außenministerin haben wollte, hat sie auch zweimal 'No, thank you' gesagt. Übrigens auch als Bill Clinton in den 70er Jahren um ihre Hand angehalten hat."
Hanna Ender

Zur NSA-Affäre hat Hillary Clinton sich übrigens in Berlin auch geäußert. Allerdings eher abwehrend. erzählt Hanna Ender. Angeblich hätten sie selbst und Barack Obama nämlich nichts davon gewusst.