Was haben die Amerikaner da gemacht? Donald Trump wird neuer Präsident der Vereinigten Staaten. Der Politikwissenschaftler Crister Garrett nennt diese Entscheidung ein politisches Erdbeben, das von der Basis der amerikanischen Demokratie ausgelöst worden sei.

In Europa reiben wir uns nach dem Sieg Donald Trumps bei den Präsidentschaftswahlen noch verwundert die Augen. Der Politikwissenschaftler Crister Garrett sagt aber: Trump ist zwar eine amerikanische Erscheinung, sein Erfolg aber gleichzeitig ein transatlantisches Phänomen. Auch in Europa feierten Populisten Erfolge - von Großbritannien über Schweden bis nach Deutschland.

Für den großen Unterschied zwischen den Wahlprognosen und dem tatsächlichen Ergebnis der Wahl hat Crister Garrett eine Erklärung: Viele Wähler seien nicht bereit gewesen, zuzugeben, dass sie für Trump stimmen würden. Auch wenn ihn zwei Drittel der Amerikaner nicht für das Weiße Haus geeignet halten. Im Kern hätten wir also eine Protestwahl gegen das Establishment in den USA gesehen.

Erinnerungen an Ronald Reagan

Wie es jetzt weiter geht? Nach seinem Wahlsieg gab sich Donald Trump deutlich moderater. Der Ton Trumps habe Crister Garrett an Ronald Reagan in den Achtzigern erinnert. Auch dessen simple Formulierungen hätten damals viele Europäer in den Wahnsinn getrieben.

"Dass Donald Trump gewonnen hat - das reißt mich nicht vom Hocker."
Crister Garrett, Politikwissenschaftler

Klar ist: Hillary Clinton wird nicht ins Gefängnis gehen. Auch wenn Trump das im Wahlkampf für den Fall seines Sieges angekündigt hatte. Denn eine Sache steht fest: Die amerikanischen Institutionen wurden gestern Nacht nicht abgewählt. Und diese Institution hätten noch jeden Präsidenten gemäßigt, der ins Weiße Haus kam.