• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Kamala Harris ist die erste Frau, die das Amt der US-Vizepräsidentin übernimmt. Das hat Symbolwirkung, sagt die Politologin Christiane Lemke. Nicht nur, weil Kamala Harris eine Frau ist.

Kamala Harris wurde als neue Vizepräsidentin der USA vereidigt und ist damit die Stellvertreterin von US-Präsident Joe Biden, der ebenfalls neu im Amt ist.

Neue US-Vize-Präsidentin verkörpert Diversität

Kamala Harris ist nicht nur die erste Frau in diesem Amt, sondern auch die erste Schwarze und erste Asian American. "Das hat eine große Symbolwirkung", sagt die Politologin Christiane Lemke. Man dürfe nicht vergessen, dass rund ein Drittel der US-Amerikaner und -Amerikanerinnen einer ethnischen Minderheit angehören.

Hinzu kommt, dass Harris eine Frau ist und auch damit für eine weitere Minderheit steht: nämlich für die Minderheit der Frauen in der Politik.

"Das hat eine große symbolische Kraft, wenn jetzt jemand in so ein wichtiges Amt gewählt wird, die sowohl afro-amerikanische als auch indische Wurzeln hat."
Christiane Lemke, Politikwissenschaftlerin an der Uni Hannover

Zugleich ist Kamala Harris bestens qualifiziert für das Amt, sagt Christiane Lemke. Die Juristin war Justizministerin im US-Bundesstaat Kalifornien. Zuletzt war sie Senatorin in Washington und hat sich in dieser Zeit bei Senatsanhörungen mit klugen Fragen und Hartnäckigkeit einen Namen gemacht.

Macht der Vize-Präsidentin

Christiane Lemke ist auch davon überzeugt, dass Kamala Harris eine aktive Rolle als US-Vize übernehmen wird. Den Spielraum dafür wird sie von US-Präsident Joe Biden bekommen. Er traut ihr zu, dass sie in der aktuell schwierigen Situation, wichtige Aufgaben übernehmen kann. Nach vier Jahren Trump sind die USA ein gespaltenes Land.

"Joe Biden traut Harris zu, dass sie eine konstruktive und vereinende Aufgabe in diesem gespaltenen Land übernehmen kann."
Christiane Lemke, Politikwissenschaftlerin an der Uni Hannover

Als Vizepräsidentin steht sie dem Senat vor, erklärt Christiane Lemke. Dadurch hat Kamala Harris Gestaltungsmöglichkeiten. Hinzu kommt: Die Demokraten haben im Senat und im Abgeordnetenhaus eine Mehrheit, wenn auch eine sehr knappe. Das sei für die Vize-Präsidentin, die den Demokraten angehört, eine günstige Ausgangsposition für Gesetzesvorhaben.

"Kamala Harris wird als Vorsitzende im Senat eine ganz wichtige Rolle übernehmen können."
Christiane Lemke, Politikwissenschaftlerin an der Uni Hannover

Ein Hilfspaket für die Wirtschaft, um aus der Corona-Krise herauszukommen, ist eine der ersten Maßnahmen, die im Senat zur Abstimmung anstehen. Eine Entscheidung, die vermutlich wenig politischen Streit bringen wird. Aber die Demokraten wollen auch bei der Einwanderungspolitik Änderungen vornehmen. Bei diesem Thema ist mit mehr Differenzen zu rechnen.