Ambition, Stimme und Timing sind gefragt, wenn man Gewinner im Pornokaraoke werden möchte. Die entsprechenden Filme sind auf einer Leinwand in einer Kneipe zu sehen und die Veranstalter versprechen "Liebe und Alkohol", wenn die Gäste im Trash-Porno-Outfit kommen.

Im der Kneipe "Zum Starken August" synchronisieren Frauen und Männern - freiwillig und hochambitioniert - einmal im Monat Pornos. In drei Runden stöhnen drei Teams nacheinander um die Gunst der restlichen Gäste - und um einen Pokal. Die goldene Barbie. Mäysel und Kulka sind zwei der vier Geschäftsführer. Sie feiern den Zirkus: "Für uns ist das hier alles ganz normal, und uns ist halt nix peinlich“, erklärt Mäysel. Unsere Reporterin Lydia Herms geht mit einer Freundin hin und beschließt:

"Ich nenne mich Shayreen Schlitz. Juliane nennt sich Odette Oral. Dann wird angezählt."
DRadio-Wissen-Reporterin Lydia Herms

Kulka, einer der Veranstaltter beschreibt eine Spielszene: "Eine Frau steht im Wald. Und eine Schlingpflanze schlingt sich um ihr Bein herum, und sie schreit: Ah, Hilfe, Ah! Und das Ganze wird natürlich synchronisiert von den Leuten, die auf der Couch sitzen. Plötzlich stellt sie fest, dass ihr das eigentlich ganz gut gefällt. Und der Baum klettert immer höher. Und die nächste Szene, da siehst du, wie sie dem Ast einen bläst."

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Keine "normalen Pornos", das Material ist exquisit

Natürlich ist Pornokaraoke weder wirklich intelligent, noch "politisch korrekt". Es ist albern, ein bisschen schmuddelig, in jedem Fall hardcore. Unsere Reporterin Lydia Herms hat mehr Frauen als Männer beim Pornokaraoke gesehen. Und Pärchen natürlich. Wie die Lutschmäuse.

"Ich fläze mich auf einem Sofa auf einer kleinen Bühne vor einer großen Leinwand in einem Berliner Club und stöhne - auf Sächsisch, und betrunken, ausnahmsweise."
DRadio-Wissen-Reporterin Lydia Herms