Pommes mit Bratensoße und Käseflocken, gut durchgezogen, sind nicht nur eine riesen Sauerei, sondern auch lecker. Kanadier in Quebec haben deshalb Poutine erfunden.

Ausgerechnet das kanadische Quebec mit seiner vielfältigen französischen Küche liebt Pommes mit Bratensoße und Käseflocken. Neben der geschmacklichen Komposition ist die Konsistenz reizvoll. Spätestens nach ein paar Minuten haben sich Fritten und Bratensoße untrennbar miteinander verbunden, und der Käse ist zerschmolzen. Messer und Gabel sind dann im Prinzip überflüssig - ein Löffel tut es dann auch.

Aus Ketchup wurde Bratensoße

"Mach mir doch bitte Pommes mit Käse in einem Beutel." Diese Kombination bestellte - der Legende nach - schon 1957 ein hungriger Mann in Warwick, der Provinz von Quebec. Den Beutel wollte er gut durchgeschüttelt. Der Kellner fand das eine ziemliche "Poutine", was ungefähr so viel heißt wie eine "Sauerei". Heute ist Poutine ein typisches Gericht der Provinz Quebec, das es in vielen Variationen gibt - auch vegetarisch oder vegan.

Die Luxusvariante für Feinschmecker wird in Quebec übrigens mit Blauschimmelkäse und Rotweinsoße serviert. Und für die Hummer-Poutine lässt Fernsehkoch Chuck Hughes über Nacht Hummersud einkochen - mit Schalen, Köpfen, Gemüse, Knoblauch und Ketchup. Vor ein paar Jahren als Gag gedacht, hält sich diese Version seitdem hartnäckig auf der Karte. Bei uns ist die Krönung der Pommesgerichte jetzt auch im Frittenfachhandel angekommen.

"Für mich als Vegetarier ist die extrafleischlastige Variante von Poutine mit Hackfleisch, Rauchfleisch und extrascharfen Merguez-Würstchen besonders unerfreulich."
Kai Clement, DRadio Wissen