Der demokratische Senator Bernie Sanders liebäugelt offen mit einer Präsidentschaftskandidatur. Auch sein Parteikollege Beto O'Rourke hat angedeutet, 2020 antreten zu wollen. Er gilt als großes politisches Talent. Aber wie genau müsste ein erfolgreicher Gegenkandidat zu Trump eigentlich aussehen?

Der selbst erklärte Sozialist Bernie Sanders kann sich vorstellen, bei der Präsidentschaftswahl 2020 gegen Trump anzutreten. Das gab der Politiker kürzlich in einem Interview bekannt. Aber hätte ein Gegenkandidat wie Sanders überhaupt Chancen gegen den Populisten und Lautsprecher Donald Trump? 

Glaubwürdigkeit muss wiederhergestellt werden

Weiß, männlich, ländlich und sie fühlt sich zu kurz gekommen - das ist Trumps Wählerschaft. Und sie springt an auf seine Methoden: "Trump ist Narzisst, derjenige, der immer die Selbstbestätigung sucht, den Erfolg um jeden Preis, auch um den Preis der Lüge, der Täuschung der Intrige", so unser Korrespondent Thilo Kößler. Für die Politik heißt das: Sie muss vor allem wieder Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit herstellen.

"Trump ist Narzisst, derjenige, der immer die Selbstbestätigung sucht, den Erfolg um jeden Preis, auch um den Preis der Lüge, der Täuschung der Intrige.“
Thilo Kößler, Dlf-Korrespondent in Washington

Während Trump mit Angst und Horrorszenarien punktet, kreist die Debatte bei den Demokraten um die Frage, ob sie mit positiven Botschaften und dem Prinzip Hoffnung punkten können - ohne dabei nur gegen Trump zu sein. Denn das werde nicht reichen, sagt unser Korrespondent. "So, wie Donald Trump auf den Bauch setzt, so setzen die Demokraten schon wieder auf Inhalte, so wie Trump auf Abwertung setzt, so wollen die Demokraten versuchen, die gemeinsamen Werte zu betonen." 

Die Demokraten müssen ihre Wählerschaft mobilisieren

Bei aller Programmatik hätten die Demokraten vor allem ein großes strategisches Problem, so unser Korrespondent. Während Trump es schafft, seine fanatisierte Wählerschaft geschlossen hinter sich zu versammeln, ist das potenziell demokratische Wählerklientel in seiner Bandbreite nicht so einfach an die Urnen zu bekommen. Nur, wenn die ganze Wählerschaft mobilisiert wird, hätten die Demokraten eine Chance.

"Die Demokraten haben nur eine Chance, wenn sie die Minderheiten, die potenziell demokratisch wählen, an die Wahlurne bekommen. Und vor allem auch junge Leute und die Frauen."
Thilo Kößler, Dlf-Korrespondent in Washington

Dass sie dazu in der Lage sind, haben die Demokraten bei den Midterm-Wahlen gezeigt. Aufpassen müsse die Partei, dass sie in Abgrenzung zu Trump nicht zu weit nach links rückt oder nur in der Mitte fischt. Die Wählerschaft sei gemischt – so wie auch die Kandidaten der Demokraten. Hier gelte ein sowohl als auch: den linken Flügel ansprechen, aber auch die Mitte.

Beto O'Rourke macht Hoffnung

Geht es um ein Signal des Neuanfangs, dann geht es sicher nicht von dem bereits 77 Jahre alten Bernie Sanders aus, sagt Thilo Kößler. Anders sei das bei der 28-jährigen Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez. Aber ein wirklich Erfolg versprechender Kandidat habe sich bisher nicht nach vorne geschoben. "Das hat man sich von den Midterm-Elections erhofft, aber der ist ausgeblieben".

Im Auge behalten müsse man allerdings den 46 Jahre alten Beto O'Rourke. Der habe in Texas zwar knapp gegen den prominenten Republikaner Ted Cruz verloren, gelte aber als großes politisches Talent, sagt Thilo Kößler. '"Man sagt, er sieht so gut aus wie Robert Kennedy und er ist so charismatisch wie Barack Obama."