Der Preacher Slam funktioniert genau so wie ein Poetry Slam - nur dass hier in einer Kirche gebattelt wird und es in den Texten um Gott und Religion geht. Und: es treten vier Prediger gegen vier Poetry Slammer an.

Die Poetry Slammer sind geübt, die Pfarrer auch, auf ihre Weise. Ungewöhnlich ist nur der Ort - der Preacher Slam wird in der Düsseldorfer Christuskirche ausgetragen. Der Saal ist abgedunkelt, die Strahler leuchten den Altarbereich aus. Neben den Bankreihen stehen Sofas, statt Orgelmusik läuft Popmusik. Es darf Cola und Bier getrunken werden und die Atmosphäre ist aufgelockert. Den Besuchern gefällt das:

"Der Ort Kirche wird dadurch viel mehr aufgewertet und ganz anders an einen herangetragen, die Stimmung ist viel schöner."
Sarah, Besucherin des Preacher Slams

Was auffällt: Beim Preacher Slam sind die Besucher zwischen 20 und 30 Jahren alt - viel jünger als bei den üblichen Gottesdiensten. Vor ihrem Auftritt sind die Pfarrer schon etwas aufgeregter. An diesem Abend müssen sie ihren Vortrag etwas anders halten, als sonst - sie orientieren sich einfach an den Poetry-Slammern gegen die sie antreten.

"Es geht uns ja um Sprache, es geht uns um eine Botschaft, wir wollen was weitersagen und Poetry Slam, das ist einfach so eine Form, die Gehör findet."
Sascha Flüchter, Schulpfarrer

Am Ende gewinnt Poetry Slammerin Luca Swieter knapp vor Pfarrer Sascha Flüchter. Den Besuchern gefällt das Format, weil sie es spannend finden, wie die Pfarrer gegen die geübten Poetry-Slammer antreten müssen. Und den anwesenden Pfarrern gefällt die Veranstaltung, weil sie ganz anders auf die Zuhörer zugehen können.

Auf eine viel lockerere Art und Weise, aber gleichzeitig finden sie hier auch eine Plattform, um Ideen und Gedanken über Religion und die Kirche zu verbreiten.