Auf dem Erfolg so mancher Kino-Kassenschlager oder Serienhelden wollen Filmproduzenten weiter reiten und erzählen die Vorgeschichte ihrer Helden. Dem Filmpublikum wird dadurch der ein oder andere Mythos zerstört.

Wie wurde Anakin Skywalker zum düsteren Darth Vader? George Lucas hat mit den Kinofilmserien "Star Wars Episode I-III" den erfolgreichsten Prequel geschaffen. Seitdem grassiert das Prequel-Fieber in Hollywood. So gibt es inzwischen eine Vorgeschichte zu Hannibal Lector oder Norman Bates aus "Psycho". Die Entzauberung dieser Kinolegend scheint kein Ende zu nehmen. Kaum auszudenken, wie die Geschichte um den jungen Weißen Hai aussehn möge.

"Ich glaube, dass im Bereich der Horrorfilme, wo wir ja diese berühmten Filmmonster haben, zu denen ja ganz sicher auch der Weiße Hai gehört, dass es ganz wichtig ist ein Geheimnis zu haben, einen Mythos zu haben. Und Prequels laufen da ganz oft Gefahr, einen Mythos zu entzaubern."
Timo Gößler, Filmwissenschaftler und Dramaturg an der HFF Potsdam

Sind die Prequels gut gemacht, kann die Vorgeschichte durchaus noch Spannendes für die Zuschauer bereithalten - auch wenn er das Ende schon kennt.

"Das Zuschauerwissen ist hier ganz besonders entscheidend: Denn wir sind die Einzigen, die die Wahrheit von Hannibal Lecter kennen und wissen, dass Norman Bates kein normales Muttersöhnchen ist, das irgendwann einmal von seiner Mutter loskommen wird."
Kathleen Loock; Kulturwissenschaftlerin der Forschergruppe "Ästhetik und Praxis populärer Serialität" an der FU-Berlin