Schon einen neuen Smart-Fernseher im Haus? Während wir sie immer günstiger bekommen, sind die internetfähigen Alleskönner ein Einfallstor zu unseren Daten. Mit Kamera und Mikrofon ausgestattet, sehen sie was wir machen und hören uns auch noch zu. Sicherheitsforscher Benjamin Michéle hat herausgefunden, wie leicht Hacker sie manipulieren können.

Neu ist, dass diese Hack über das Fernseh-Signal funktioniert. Der Angreifer fängt das eigentliche Signal ab und versorgt die Zielgeräte dann von seinem Rechner. Er spielt also selber einen Sender. Dabei schickt er eine URL mit. Über HbbTV wird dabei ein Schadcode auf den Fernseher übertragen, der eine Sicherheitslücke nutzt. Erfolgreich platziert, lässt sich dann nicht nur mithören, sondern auch der Blick ins Wohnzimmer ist möglich.

Kamera und Mikrofon lassen sich aus der Ferne steuern

Neben dem Fernseh- und Knabberverhalten vor der Glotze können Angreifer auch Daten aus dem Heimnetzwerk erspähen. Denn die smarten Großbildwunderwerke sind lediglich stinknormale Computer. Umso erstaunlicher ist es, dass Sicherheitsaspekte nicht wirklich mitgedacht wurden. Der Sicherheitsforscher Benjamin Michéle fordert die Hersteller auf nachzubessern.

"Hardware um Geräte zu manipulieren bekommt man für 150 Euro. Mit dem nötigen Wissen ist es dann leicht, Geräte in der Nähe anzugreifen."
Benjamin Michéle ist Informatiker und Sicherheitsforscher

Sicherheitslücken gibt es bei vielen Herstellern. "Angreifer müssten sich nur die Mühe machen sie zu suchen", sagt Benjamin Michéle. Standards können verbessert, Sicherheitslücken durch Updates geschlossen werden. "Zuerst müssen also die Hersteller was tun", erklärt er. Doch wie können wir uns als Verbraucher schützen? Wie gefährdet ist unsere Privatsphäre? Bleibt im Moment nur: Stecker ziehen. Oder die alte Röhre aus dem Keller holen.