In Klausurenphasen ist Lena oft so krank geworden, dass sie zu schwach zum Lernen war. Erst später hat sie festgestellt, dass das eine Auswirkung von extremer Prüfungsangst ist. Jetzt hat sie eine Methode gefunden, mit der sie gesund bleibt und erfolgreich lernen kann.

Ein flaues Gefühl im Magen und zitterige Hände sind zwei typische Anzeichen von Aufregung. Kopfschmerzen, Grippe oder eine Magenverstimmung, wie Lena sie oft zu Prüfungszeiten hatte, sind da schon eine härtere Nummer. Sie studiert Agrarwissenschaften im neunten Semester, ist 25 und bis zum letzten Jahr hat sie allein der Gedanke an die Klausurenphase in Stress versetzt. Und die Reaktion darauf? Lernen, lernen, lernen, bis gar nichts mehr geht.

"Ich konnte irgendwann nichts mehr abrufen: Ich hatte keine Energie und Kraft mehr, weil ich mich so fertig gemacht habe."
Lena Kampa, Studierende

Lena will alles wissen, doch der Anspruch macht sie krank

Regelmäßig muss sie Klausuren verschieben und auf einen Nachholtermin warten. Doch dann beschließt sie im vergangenen Jahr, das Seminar "Mentalstrategien" zu belegen und lernt viel über Zeitmanagement, Prüfungsangst und Entspannungsmethoden. Erst dort fällt ihr auf, dass ihre Angst vor den Klausuren viel extremer ist, als die von anderen Studierenden. Mit diesem Wissen beginnt sie ihre Lernmethoden umzustellen. Lena lernt nicht mehr, sondern nur gezielter: Steht eine Multiple Choice Klausur an, fokussiert sie sich auf Details, geht es um das wissenschaftliche Erarbeiten von Sachverhalten, lernt sich umfangreicher. Außerdem versucht sie, sich selbst auszutricksen:

"Ich habe mir selbst Prüfungen gestellt und sie runter gearbeitet, so schnell es ging. Danach hab ich sie korrigiert. So habe ich mich an die Prüfungssituation gewöhnt."
Lena Kampa, Studierende

Mit neuem System zu guten Noten

Zusätzlich zeichnet sie sich selbst Sprachnachrichten und Memos mit motivierenden Nachrichten auf. Mit diesem neuen System besteht sie alle Klausuren beim Erstversuch und die Noten sind auch nie schlechter als eine Zwei. Offensichtlich ist sie also nicht ungeeignet für das Studium und schon gar nicht zu schlecht für die Uni, das war oft Lenas Befürchtung. Die Studierende hat aber einen hohen Anspruch, nennt sich selbst perfektionistisch und will eigentlich nicht auf Lücke lernen, damit sie den Lehrstoff komplett versteht. Ein ambitionierter Ansatz, der sie krank gemacht hat. Aber auch das Studium an sich hat großen Druck auf sie ausgelöst, denn davon hängt extrem viel ab.

"Ich werde über BAföG finanziert, wohne ich im Studierendenwerk und hätte ohne mein Studium keine Wohnung mehr. Wenn man durchfällt, und ich stand kurz davor, ist die Panik groß."
Lena Kampa, Studierende

Auch wenn Lena jetzt entspannter in die nächste Klausurenphase starten kann, bleibt eine gewisse Restnervosität und die ist für sie auch völlig in Ordnung. Denn sie glaubt daran, dass uns ein bisschen Aufregung zu Höchstleistungen pushen kann. Nur krank wird sie nicht mehr. Falls bei euch mal Prüfungsangst aufkommt, hat Lena ein Mantra für euch, dass ihr sehr geholfen hat: Tief durchatmen, Augen zu machen und annehmen — da ist jetzt eine Panikattacke und die geht auch wieder vorbei.