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Ständige Konzentrationsschwächen, Vergesslichkeit und Gefühlsachterbahn. ADHS - was ist das eigentlich genau? Psychotherapeutin Mona Abdel-Hamid klärt uns darüber auf.

Laut der Psychotherapeutin Mona Abdel-Hamid lassen sich die Symptome von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) in drei Kategorien stecken: Personen, die von der Expertin betreut werden, berichten beispielsweise häufig davon, dass sie im Alltag vergesslich sind. Vergessen werden dann Geburtstage, Telefonate oder Verabredungen. "Die Menschen wissen am Ende einer Buchseite nicht, was am Anfang gestanden hat." Außerdem gäbe es einen hyperaktiven und impulsiven Teil der Störung, der bei ADHS-Betroffenen für eine innere Unruhe sorge. Hinzu kommt eine emotionale Achterbahnfahrt, durch die Betroffene zwischen extremer Freude und tiefer Traurigkeit pendeln.

"Das hat extreme Auswirkungen auf Beruf, Privatleben und das gesamte Lebenskonzept eines Menschen."
Mona Abdel-Hamid, Psychotherapeutin

Laut Mona Abdel-Hamid haben etwa fünf Prozent aller Erwachsenen in Deutschland ADHS. Die Menschen stoßen vor allem dann an ihre Grenzen, wenn sie aus den festen Strukturen der Schulzeit herauswachsen und mit dem Arbeits- und Liebesleben konfrontiert werden. Meistens wissen die Patienten selbst nicht, warum sie es im Alltag nicht schaffen ihr Leben zu strukturieren.

Tatsächlich leiden die Menschen selten unter ihren Wesenszügen, sondern eher unter den Begleiterscheinungen: So können Depression, Ärger auf der Arbeit, Stress in der Beziehung durch ADHS hervorgerufen werden. Dabei haben Männer zusätzlich tendenziell eher mit impulsiven Ausbrüchen zu kämpfen als Frauen, so Mona Abdel-Hamid.

Diagnose, Coaching, Medikamente

Ob jemand wirklich ADHS hat, stellt die Psychotherapeutin durch diverse Tests fest. Außerdem werden Herz- und Schilddrüsenerkrankungen ausgeschlossen. "Wenn es keine Alternativ-Erklärungen gibt, kann das die diagnostischen Bedingungen für ein ADHS erfüllen." Dafür lässt sich Mona Abdel-Hamid auch die Grundschulzeugnisse der Patienten zeigen. "Oft weiß ich schon nach den ersten drei Zeugnissen, ob ein Klient ADHS hat oder nicht."

Danach versucht Mona Abdel-Hamid die Patienten in ihrer Mischung aus Trauer und Erleichterung zu begleiten. Außerdem bietet sie Betroffenen ein Coaching sowie unterschiedliche Medikamente an. Diese wirken auf das Dopamin im Gehirn. Dadurch ist das Gehirn in der Lage, den Fokus wieder auf bestimmte Dinge zu lenken. Von einer Dauermedikation rät die Expertin dennoch ab. Denn: Langzeitstudien gibt es zu den Medikamenten noch nicht.

"Es ist keine Option ein Leben lang ein Medikament zu nehmen - so lange wie nötig, so wenig wie möglich."
Mona Abdel-Hamid, Psychotherapeutin

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