Der Sportartikelhersteller Puma ist mit dem Versuch gescheitert, dem Konkurrenten Adidas den Verkauf des Sportschuhs "Stan Smith Boost" zu verbieten. Für die Sohle des Schuhs habe man selbst Geschmacksmusterschutz – so das Argument von Puma. Was heißt das genau?

Der Sneaker "Stan Smith" gehört zu den erfolgreichsten Schuhmodellen von Adidas und ist schon lange ein Klassiker im Sortiment des Unternehmens. Die Variante "Stan Smith Boost" ist eine neue Variante des Schuhs mit besonders gedämpfter Sohle. Und genau diese Version missfiel dem Konkurrenten Puma. Die Begründung: Für die Sohle des Schuhs habe man selbst Geschmacksmusterschutz.

"Was für den Ingenieur das Patent ist, das ist für den Designer der Geschmacksmusterschutz. Es geht darum, dass man bestimmte Erkennungsmerkmale für Formen schützen lassen kann."
Jörg Brunsmann, Deutschlandfunk Nova

Das Aussehen der Coca-Cola-Flasche, die Tüte von Caprisonne, oder die Dreiecksform von Toblerone seien typische Beispiele für Produkte, die wir auch ohne Logo erkennen, sagt unser Wirtschaftsexperte Jörg Brunsmann. Das wollte auch Puma für die Sohle des Adidas-Retrosneakers "Stan Smith Boost" feststellen lassen - "Also, Motto: Wer den Schuhabdruck irgendwo im Sand sieht, der glaubt, dass er es mit einem Puma-Schuh zu tun hat", so Brunsmann. 

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Das Landgericht in Braunschweig sah das anders und Puma hat die Beschwerde zurückgezogen.

Zwei Firmen, eine Familie

Immer wieder haben Adidas und Puma Ärger miteinander. "Das liegt bei denen in den Genen", sagt Jörg Brunsmann: "Die haben vor und im Krieg gemeinsam Turnschuhe hergestellt. Nach dem Krieg haben sie sich dann aber endgültig verkracht."

"Der eine, Adi, hat Adidas gegründet und groß gemacht, der andere, Rudolf, hat Puma gegründet."
Jörg Brunsmann, Deutschlandfunk Nova

Puma und Adidas sind beides erfolgreiche Firmen mit internationalem Ruf. Mit 60.000 Mitarbeitern ist Adidas allerdings das größere Unternehmen vor Puma mit rund 11.000 Mitarbeitern. Auch im Umsatz liegt Adidas mit rund 19 Milliarden Euro deutlich vor dem Konkurrenten, der auf nur mit drei Milliarden Euro Umsatz kommt. 

"Größer als Adidas ist nur noch Nike", sagt Brunsmann: "Die kommen allerdings mal eben auf 28 Milliarden Euro Umsatz. Das ist mehr als Puma und Adidas zusammen."

Für Zusammenschluss zu spät

Adi und Rudolf Dassler sind in den 70er-Jahren verstorben. Damals hätte es vielleicht eine Chance gegeben, aus den beiden Unternehmen wieder eins zu machen, so Brunsmann: "Mittlerweile sind auch die Verflechtungen der Konzerne zu kompliziert. Puma zum Beispiel gehört zum größten Teil einer französischen Unternehmensgruppe". 

Auf der anderen Seite hat Adidas zwischenzeitlich Reebok aufgekauft, was dem Unternehmen auch noch mal eine etwas andere Richtung gegeben hat, so unser Wirtschaftsexperte.

"Und, das muss man auch sehen , die haben in der Konkurrenz zueinander bis jetzt ganz gut leben können."
Jörg Brunsmann, Deutschlandfunk Nova

Beide hätten eigentlich ihren Platz gefunden, so Brunsmann: "Puma galt zwischenzeitlich mal als Billigmarke, bis sie dann wieder Geld fürs Image in die Hand genommen haben. Adidas hat eine sehr starke Stellung im Fußball." Adidas würde auch gerne Weltmarktführer werden, darum haben sie auch Rebook gekauft, sagt Brunsmann: "Aber an Nike werden sie vorerst nicht vorbei kommen." Auch, wenn es in letzer Zeit wieder spannend zu werden scheint.