Schmeckt nach nix, hat aber Proteine und sieht aus wie ein Kartoffelchip: Forscher haben an einer Methode getüftelt, mit der Quallen zur Nahrungsquelle der Zukunft werden könnten. 

In China macht man das seit 2000 Jahren: getrocknete Quallen futtern. Nun haben Forscher aus Dänemark die Idee, Quallen als Nahrungsmittel einzusetzen, weiterentwickelt. Die Gastrophysiker der Syddansk Universitet haben eine neue Methode entwickelt, wie die glibberigen Meerestiere schneller und einfacher essbar gemacht werden.

Erst super flüssig, dann fast knackig

Die Forscher aus Dänemark wollen mit ihrer Methode quasi zwei Probleme mit einer Klappe schlagen: Zum einen gibt es zuviele Quallen im Meer. Zum anderen ist die Suche nach neuen Nahrungsquellen überlebenswichtig für eine wachsende Weltbevölkerung. 

Die Qualle hat einiges zu bieten: Kein Fett, kein Cholesterin, dafür - wie Fisch - viel Protein. Und sie liefert Natrium, Kalzium, Kalium und Magnesium. Einzige Schwierigkeit: Quallen bestehen zu 99 Prozent aus Wasser. In ihrer Ursprungsform sind sie daher nur sehr schwer verzehrbar.

Nachhilfe aus der chinesischen Küche

In China gibt es bereits seit Jahrhunderten eine bewährte Methode, wie sich aus dem wabbeligen Meerestier etwas Verdauliches zaubern lässt. Dazu wird die gallertartige Masse in Salz und Kaliumaluminiumsulfat eingelegt und anschließend getrocknet. Oder die Quallen werden in Salzwasser gekocht. Dadurch wird das Wasser entzogen und die Konsistenz ändert sich extrem.

Qualle, plastisch, unter Wasser
© imago
Appetitlich sieht die Ohrenqualle auf den ersten Blick nicht aus, sie könnte aber in Zukunft eine wichtige Nahrungsquelle werden.

Eine Delikatesse sind beispielsweise Quallensalate mit salzig eingelegten, mundgerecht geschnittenen Quallenstücken, aufgepeppt mit Knoblauch und Koriander. Die Gewürze sind auch notwendig. Denn ohne sie hat die Qualle im Prinzip keinen Eigengeschmack. Nicht mal ein fischiges Aroma lässt sich erschmecken.

Von der Konsistenz sind die so präparierten Quallen immer noch etwas gummiartig und elastisch, aber auch fast knackig. Einige vergleichen das Zubeiß-Erlebnis mit dem von Kohlrabi.

Schneller mit Alkohol

Statt Salz und Salzwasser setzen die dänischen Forscher nun auf Alkohol. So lässt sich der Prozess deutlich verkürzen. Statt üblicherweise bis zu 40 Tagen Einwirkzeit, Trocknung und Aufbereitung dauert der Gerb-Prozess nach dem dänischen Modell nur ein paar Tage. 

Am Ende bleibt von der Qualle nur mehr ein hauchdünner, knackiger Chip. Wonach der der Quallen-Cracker dann schmeckt, kann dann jeder selbst entscheiden.