Qwant ist die europäische Konkurrenz zu Google. Die Suchmaschine aus Frankreich bietet mehr Datenschutz als der US-Konzern. Dennoch nutzt kaum jemand Qwant. Das Unternehmen startet mit Qwant Maps einen eigenen Kartendienst. Ob das hilft? Unser Reporter Andreas Noll ist skeptisch.

Qwant wurde 2013 gestartet – verbunden mit dem großen Versprechen: Wir schützen eure Daten. Doch so richtig durchgestartet ist die Suchmaschine bis heute nicht. Das zeigen auch aktuelle Zahlen, über die die französische Politik zurzeit diskutiert.

Qwant ist die französische Google-Alternative

Auch sechs Jahre nach dem Start ist die Bilanz von Qwant mau – vor allem im Vergleich mit der Finanzkraft von Google. Der Tech-Konzern aus den USA gibt pro Jahr umgerechnet 5,3 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus. Bei Qwant sind es 50 Millionen Euro. Der Umsatz lag 2018 hingegen bei nur fünf Millionen Euro: Gerechnet hatte man mit 15 Millionen. Am Ende stand 2018 ein Verlust von 11,2 Millionen Euro.

Die Erwartungen an die Suchmaschine waren hoch. Kurz nach dem Start wurde Qwant bei Tests ähnlich gut gerankt wie Google oder DuckDuckGo. Die Suchmaschine aus Frankreich ist eine echte Alternative, so unser Reporter Andreas Noll.

"Man kann mit Qwant solide im Netz suchen und finden."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

Vor allem sammelt Qwant laut eigenen Angaben keinerlei persönliche Daten. Der Suchverlauf wird nicht gespeichert und die Suchergebnisse sind für alle Nutzer gleich. Dennoch bleibt die Nutzung insgesamt gering. Auch in Frankreich sind 95 Prozent des Suchmaschinenmarktes in der Hand von Google.

Dennoch hält die Politik in Frankreich an Qwant fest. Im Frühjahr kündigte die Regierung an, dass die Suchmaschine schon bald als Standard auf 2,5 Millionen Rechnern in der öffentlichen Verwaltung installiert werde. Eben weil Qwant als einzige Suchmaschine die Datenschutz-Vorstellungen der Regierung erfülle.

Neues Produkt: Qwant Maps

Auch Qwant gibt nicht auf und setzt auf neue Produkte. Das Unternehmen startet die öffentliche Beta-Version von Qwant Maps – als Konkurrenz von Google Maps. Qwant Maps sei nicht zu verachten, so Andreas Noll. Es gibt eine aufgeräumte Oberfläche und eine gute Darstellung. Außerdem liefert auch Qwant Maps das Versprechen mit, dass keine persönlichen Daten gespeichert werden.

"Qwant Maps liefert das Versprechen, dass keinerlei Daten über den Nutzer gespeichert werden."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

Die Entwicklung von Google-Alternativen bleibt insgesamt schwierig. Qwant ist ein Beispiel dafür – und das, obwohl die aufwendige Technik, um das Netz zu durchsuchen, nicht einmal von dem Unternehmen selbst kommt. Qwant hat nur einen kleinen Teil des Netzes selbst indexiert: In den vielen anderen Fällen stützt sich die Firma auf die Ergebnisse von Bing und zahlt dafür Geld an den Inhaber Microsoft. Von Qwant selbst kommt vor allem die zusätzliche Programmierarbeit, um den Datenschutz zu liefern. Das heißt aber auch, dass ohne Microsoft die europäische Suchmaschine gar nicht funktionieren würde.