Das Wort "Räume" gehört bei der Kommentierung eines Fußballspiels zum Standard-Vokabular. Warum eigentlich?

"Sie nutzen ihre Räume besser. Oder besser gesagt: Schaffen sich welche."
Bela Réthy, ZDF-Fußballkommentator während des Spiels Deutschland-Algerien 30.06.2014

Ein Fußballfeld ist voll von Räumen. Das ganze Feld ist ein Raum, eine Feldhälfte ist eigener Raum, und der Strafraum heißt sogar so. Doch es gibt auch speziellere Räume, solche, die man nicht auf Anhieb sieht, mit denen Fußballtrainer aber arbeiten. Christoph John zum Beispiel. Er war Assistenz-Trainer bei mehreren Bundesliga-Vereinen, kurzzeitig Cheftrainer beim 1. FC Köln und ist heute Dozent an der Sporthochschule Köln. Er sagt: Wenn die Abwehr gut organisiert ist, beträgt der Abwehrraum etwa 30x40 Meter. Wieder ein Raum also.

Doch so viel von Räumen im Fußball die Rede ist - es geht ja eigentlich ums Tore schießen. Den Ball bekommt eine angreifende Mannschaft aber nur vors Tor, wenn sie ihn durch oder über den Raum befördert, in dem die andere Mannschaft verteidigt. Wenn die Gegner eng stehen und keine Lücken da sind, dann spricht man von engen Räumen.

Raum statt Mann

Raumdeckung, noch so ein Fußballbegriff, bei dem es um den Raum geht. Doch der ist einfach erklärt: Ist ein Abwehrspieler für eine bestimmte Fläche des Fußballfeldes zuständig, deckt er dort also alle Spieler, die sich darin befinden, dann spricht man Raumdeckung. Früher war auch die Manndeckung beliebt: Ein Spieler deckt einen Spieler der gegnerischen Mannschaft, egal wo er sich auf dem Platz befindet. Einige Mannschaften spielen heute Mischformen von Raum- und Manndeckung.