Polizeiwillkür und Rassismus gehören zum Alltag von Ryan Wilson. Der studierte Jurist wird öfter mal von Verkehrspolizisten angehalten. Auch wenn er die ständige Angst vor Repressalien gut kennt, ist er hoffnungsvoll.

In den vergangenen Wochen tauchen immer wieder Videos im Netz auf, die US-Polizisten zeigen, die unbewaffnete Afro-Amerikaner bei routinemäßigen Verkehrskontrollen erschießen. Ryan Wilson ist Afro-Amerikaner und lebt in Atlanta. Auch er ist in den letzten 15 Jahren mindestens zehn Mal in solche Verkehrskontrollen geraten. Ein mulmiges Gefühl hat er dabei immer und die Angst schwingt mit, ob er diese Begegnung mit der Staatsgewalt unbeschadet überleben wird.

"I am absolutely afraid. When you see folks that are being killed by the state at such a regular rate - it's very scary to be pulled over. It's not something I'm comfortable with at all."

Ryan Wilson ist Gründer des Social Clubs "The Gathering Spot" in Atlanta

"Anytime there is an incident like that it really brings back the importance of these issues. We have begun a major organizing effort here and it has definitely changed our day-to-day lives in the last couple of weeks."

Durch die Videos, die die drastische Tötung von schwarzen US-Amerikanern zeigen, kann die Gesellschaft nicht länger wegschauen. "Polizeigewalt ist kein neues Problem, es wird nur zum ersten Mal dokumentiert", sagt Ryan. In seiner Heimatstadt Atlanta hat der studierte Jurist den Coworking Space und Social Club "The Gathering Spot" gegründet. Sein Netzwerk nutzt er, um Veranstaltungen zu organisieren, die auf rassistischen Vorfälle aufmerksam machen. Ryan ist optimistisch, da er glaubt, dass wir einen Wendepunkt erreicht haben.

​"I, like many black Americans, have been pulled over and had negative encounters with the police. The incidents that we have been watching on video resonate with many black Americans because it's our day-to-day."

Mit ihrem Video "23 Ways" protestieren US-Künstler gegen willkürliche Erschießungen von Afro-Amerikanern

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