Vergeuden Raucher*innen wertvolle Arbeitszeit, schrumpfen sie die Wirtschaft? Oder schrauben sie im blauen Dunst nur ihre Arbeitsproduktivität hoch? In dieser Folge finden Marcus und Bo heraus, ob Rauchen wirklich Gift für die Wirtschaft ist.

Dieses Gefühl, wenn neben dir jemand Pause mit 'ner Zigarette macht. Egal, wie man zum Rauchen steht, beim Blick auf Raucher*innen kann man sich schon fragen: Gönnt sich da jemand mehr als alle anderen? Oder füllt diese Person vielleicht nur ihren Akku wieder auf? So oder so, die (Raucher)-Pause kostet Zeit. Deswegen schauen wir auf die Gesamtzahl der gearbeiteten Stunden in Deutschland und fragen, ob wir mit Pausen produktiver oder unproduktiver arbeiten.

Die (Raucher-)Pause und die "fehlende" Arbeitszeit

Etwa 20 Prozent aller Menschen in Deutschland rauchen – viele von ihnen auch auf der Arbeit. Gleichzeitig melden manche Unternehmen: Hilfe, uns fehlen Arbeitskräfte! Ganz konkret haben laut Michael Hüther, dem Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft, vergangenes Jahr 4,2 Milliarden Arbeitsstunden gefehlt. Bei "What the Wirtschaft?!" geht es um die Frage: Haben Raucherpausen bei dieser fehlenden Arbeitszeit eine ordentliche Rolle gespielt?

"Da ich sowieso mehr als 40 Stunden in der Woche arbeite und eine Zeiterfassung hab, mache ich meine Zeiterfassung aus, mache meine Raucherpause und gehe wieder hoch, dadurch arbeite ich schlicht und ergreifend länger, deswegen kostet es meinen Arbeitgeber nicht mehr. Mir sind beim Rauchen schon gute Ideen gekommen."
Raucher im Frankfurter Business-Viertel

Arbeitsmarktökonomie für Einsteiger*innen

Ob Raucher*innen die Wirtschaft finanziell belasten, darüber wird seit Jahren diskutiert. Oftmals werden dabei die Kosten für das Gesundheitssystem, laut Schätzungen rund 100 Milliarden Euro pro Jahr, gegen Einnahmen durch die Tabaksteuer abgewogen. Aber könnte es sein, dass der deutschen Wirtschaft durch Raucherpausen zusätzlich Arbeitszeit und damit mögliches Wirtschaftswachstum wegfällt? Gibt es eine bisher im Verborgen gebliebene Zusatzbelastung, die durch das Rauchen entsteht?

"In der Forschung findet man schon: Ja, Pausen bringen was! Aber natürlich kommt es wie immer im Leben auf das Maß an. Also wenn man die Hälfte der Arbeitszeit Pause macht, dann wird man selbstverständlich nicht mehr schaffen, als wenn man diese Pausen nicht gemacht hätte."
Arbeitsmarktforscher Enzo Weber, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, IAB

In dieser Folge geht es außerdem darum, ob Rauchen wirklich die Wirtschaft schrumpfen lässt oder ob es sich um eine Neiddebatte handelt. Was verrät die Arbeitsmarktstatistik? Gibt es juristische Antworten? Und was sagen Raucher zu dieser Frage?

Habt ihr auch manchmal einen WTF-Moment, wenn es um Wirtschaft und Finanzen geht? Wir freuen uns über eure Themenvorschläge und Feedback an whatthewirtschaft@deutschlandfunknova.de.

Rauchzeichen
vom 18. Januar 2024
Was Raucherpausen über den Arbeitsmarkt erzählen
Host: 
Bo Hyun Kim
Host: 
Marcus Wolf
    Die Quellen zur Folge: