Während auf der Erde noch gespült wird, wird auf der ISS schon lange gesaugt. Die neue Toilette für die Raumstation ist sehr teuer, aber die Ansprüche sind halt auch einmalig.

Die bemannte Raumfahrt stellt Menschen, Material und Finanzmittel vor echte Herausforderungen. Ein Beispiel: Die Toilette. Die neue Toilette für die internationale Raumstation ISS hat sage und schreibe 23 Millionen Dollar gekostet – das sind umgerechnet rund 19,6 Millionen Euro. Im Preis mit drin sind die Kosten für die Entwicklung und Produktion.

Bei der neuen Toilette handelt es sich um ein vollständiges Entsorgungssystem, das 65 Prozent kleiner und 40 Prozent leichter ist, als das bisherige. Flüssigkeiten werden weitestgehend wiederaufbereitet, sowohl aus dem Urin als auch aus den festen Ausscheidungen der Astronautinnen und Astronauten.

Space-Klo – ein kompaktes Saugsystem

Das System ist etwa 71 Zentimeter hoch und ergonomischer gestaltet als das Vorgängermodell. Am 29.09.2020 soll das Modul zur ISS starten und in Zukunft auch bei weiteren Missionen zum Einsatz kommen.

"Man hat diese Toilette entwickelt, um sie eben später auch in anderen Raumschiffen einsetzen zu können. Vor allem für Missionen zum Mond."

Johannes Weppler vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt erklärt, dass die Ansprüche an dieses Modul in der Schwerelosigkeit doch recht ungewöhnlich sind: Absolute Leichtigkeit ist ein Muss und völlig ungestörtes, dauerhaftes Funktionieren. Tief- oder Flachspüler ist hier nicht die Frage. Im Weltraum werden die Fäkalien nicht gespült, sie werden gesaugt.

"Das Ganze funktioniert so, dass die jeweiligen Ausscheidungen durch ein Gebläse abgesaugt werden."