Spaceport America. Das klingt nach Raumfahrt, Raketen, Weltall. Die Raumfahrtsache im ganz großen Stil. Tatsächlich aber warten und hoffen sie dort auf irgendwen, der den Spaceport nutzen will. Für den Flug ins All, als Partylocation oder auch als Filmkulisse. Hauptsache Geld kommt rein.

Ein Interessent müsste für sein Raumfahrtprojekt sein Zubehör teilweise mitbringen. Denn bis auf eine über drei Kilometer lange Landebahn gibt es wenig Ausstattung: Futuristischen Hanger als Parkoption und einige Verwaltungsgebäude sind vorhanden. Geschaffen von Sir Norman Forster.

Auch Startplätze sind da. Aber: Die für einen Start nötigen Rampen müsste der Interessent dann schon wieder selbst mitbringen und aufbauen.

Der Spaceport mit sehr reduzierter Ausstattung wurde vom Staat New Mexico für über 200 Millionen US-Dollar erbaut. Und die Geschäfte laufen sehr, sehr schleppend. Tatsächlich passiert dort so gut wie nichts. Bilanz der vergangenen Jahre: etwa 24 Raketenstarts. Und die wurden vor allem zu Testzwecken durchgeführt. Hochgeschossen wurde ansonsten Unspektakuläres. So genannte Höhenforschungsraketen, die es gerade bis an den Rand des Weltalls schaffen. Und dann von alleine wieder runterfallen. Alles nicht so richtig gewagt und innovativ.

Der einzige Mensch, der von hier aus ins All startete, ist ein Toter

Ausgerechnet der Schauspieler James Doohan, der den technischen Großmeister des Beamens in der Serie "Raumschiff Enterprise" darstellte, wurde nach seinem Ableben von hier aus ins All geschossen. Logisch, dass Spott bei so einer Vorlage nicht ausblieb.

Partylocation und Kulisse für Werbespots

Starts von Astronauten, etwas von Bedeutung, das in die Erdumlaufbahn geschossen wird: alles Fehlanzeige. Das Aufregendste, das derzeit auf dem Spaceport passiert, sind Besucherführungen. Oder eine Party, die man als Veranstalter durchführt oder als Gast besucht. Denn als Location ist der Spaceport ebenfalls mietbar. Daneben dient er natürlich optional als Kulisse für Werbespots.

Eines Tages startet die Firma Virgin Galactic vielleicht doch noch die geplanten Flüge. Denn von hier aus sollten Privatpersonen mittels Raketenflugzeugen die Reise an den Rand der Erdatmosphäre starten können. Kosten pro Ticket: 200.000 Dollar und damit eine Reiseidee für eine sehr spitze Zielgruppe. Aber diese darf dann fünf Minuten in den dunklen Weltraum schauen und die Schwerelosigkeit erfahren.