Die Briten wollen den ersten Weltraumbahnhof Europas bauen. Auch weil der Weltraumtourismus bald viel Geld bringen könnte. Auf der Flugmesse im englischen Farnborough hat die britische Regierung ihre Pläne vorgestellt.

In vier Jahren soll er fertig sein, der erste Weltraumbahnhof Europas. Die britische Regierung stellte ihre Pläne dazu auf der Flugmesse im englischen Farnborough vor. Kritiker halten diesen Zeitplan für sehr ambitioniert und glauben nicht, dass das zu schaffen ist.

Standorte vor allem in Schottland

Die Briten haben nun acht Standorte in die engere Auswahl aufgenommen, die meisten davon in Schottland. Dort wird es den ersten Weltraumbahnhof aber nur geben, wenn die Schotten britisch bleiben. Denn Schottland stimmt im September darüber ab, ob sie weiterhin zu Großbritannien gehören wollen.

"Man hofft damit, in das große Weltraum-Tourismus-Geschäft einzusteigen."
Tina Kießling

Die Briten sind recht aktiv, was die kommerzielle Raumfahrt betrifft. So gibt es mittlerweile seit vier Jahren die UK Space Agency, die sich mit der Förderung der Raumfahrt beschäftigt. Bislang werden rund 35.000 Arbeitsplätze in Großbritannien durch die Raumfahrt unterstützt, das bringt über 13 Milliarden Euro ein. Bis 2030, so lautet die Prognose, könnte das Geschäft mit den Weltraum-Touristen weltweit etwa 50 Milliarden Euro schwer sein. Und von diesem Kuchen wollen die Briten ein Stück abhaben.

Für 150.000 Euro ins All

Ein anderer wichtiger Player im Geschäft des Weltraumtourismus ist der US-Unternehmer Richard Branson mit "Virgin Galactic". Die Firma will Ende 2014 die ersten Touristen ins All schießen, Tickets kosten schlappe 150.000 Euro - dafür gibt es dann sechs Minuten Schwerelosigkeit.

Das soll alles im US-Bundesstaat New Mexico stattfinden. Doch für Branson wäre ein Weltraumbahnhof in Schottland die Eintrittskarte für den europäischen Markt. Zugleich wäre Branson als Großinvestor willkommen, denn bislang ist noch unklar, wer den Bau des Weltraumbahnhofs eigentlich finanzieren soll.