Am 30. Mai findet der zweite Versuch statt, die SpaceX-Rakete ins All zu schießen. So ein Raketenstart benötigt ganz besondere Wetterbedingungen.

Astrophysiker und Weltraumexperte Michael Büker erklärt, welche Kriterien das optimale Raketenstart-Wetter erfüllen muss, darunter:

  • kein Wind in 50 Meter Höhe über dem Startpunkt am Weltraumbahnhof Cape Canaveral, der mehr als 50 Kilometer pro Stunde beträgt
  • keine Gewitterwolken in der Nähe des Startpunkts

oder

  • keine Wolken, in denen das Wasser den Gefrierpunkt erreicht
"Da muss viel stimmen – nicht nur am Standort, sondern auch einige Meilen drumherum."
Michael Büker, Astrophysiker und Weltraumexperte

Der zweite Versuch ist für den 30. Mai um 21.22 Uhr (MESZ) geplant. Die
Wetteraussichten sind nur so halb gut, sagt Michael Büker.

Wetterbedingungen in Florida suboptimal

Die US-Amerikaner machen selbst Witze über den Standort Florida als
Weltraum-Bahnhof, weil das Wetter eigentlich ungeeignet ist, sagt Michael Büker. Bei der Entscheidung für den Standort des Weltraumbahnhofs Cape Canevaral waren die geographischen Bedingungen waren ausschlaggebend.

Blitzleiter Rakete

Beim ersten Versuch am 27. Mai hat jedenfalls mal wieder das Wetter dazwischengefunkt. Dunkle Wolken zogen auf. Wenn Gewitterwolken ein starkes elektrisches Feld zwischen den Wolken und dem Boden aufbauen, dann kann es dazu kommen, dass Blitze durchschlagen, erklärt Michael Büker.

Metallische Gegenstände erleichtern das Durchschlagen eines solchen Blitzes. Und genau das ist das Problem einer Rakete: Sie besteht zu großen Teilen aus Metall. Welche Probleme dabei auftreten können, hat die Weltraumbehörde Nasa schon mit Apollo 12 und deren zweiten Flug zur Mondlandung erfahren. Die Rakete wurde kurz vor dem Start von Blitzen getroffen. Den Astronauten ist nichts geschehen, aber die Mission stand auf dem Spiel.

Unterstützung für die Raumfahrt aus der Wirtschaft

Vor ungefähr 15 Jahren ist nach dem Unfall des Weltraum-Shuttles Columbia die Entscheidung gefallen, dass die Nasa solche Weltraumfahrten nicht mehr allein organisieren soll. Das Space-Shuttle-Programm ist eingestellt worden, dafür wurde ein Wettbewerb ausgelobt. SpaceX und Boeing sind die beiden Unternehmen, die diesen Wettbewerb gewonnen haben. Hinter SpaceX steckt Elon Musk, Paypal-Erfinder und Tesla-Chef.

Blamage für Boeing

Boeing hat sich bei seinem ersten Test wegen Softwarefehler ziemlich blamiert, sagt Michael Büker. Bei SpaceX hat jetzt das Wetter dazwischengefunkt, aber alle Beobachter gehen davon aus, dass, wenn die Wetterbedingung mitspielen, der zweite Testflug gelingen wird.

Geplant ist, dass mit SpaceX die Versorgung der internationalen Raumstation ISS und der Transport von Menschen ins All erleichtert wird. SpaceX selber hat auch eigene Pläne – etwa eine Umrundung des Monds und ein Flug zum Mars. Realistisch sind aber solche Ziele wie "bis 2024 zum Mars" nicht, sondern eher Marketing-Geschrei, findet Micheal Büker.