Politiker und Experten haben der Welt jahrzehntelang weisgemacht, die Atomkraft sei eine sichere und saubere Sache. Und man brauche sie unbedingt, um die Energieversorgung in vielen Ländern zu garantieren. Die Atomkraft ist alternativlos - eine ständig wiederholte Behauptung, trotz vieler Proteste dagegen.

Doch dann mussten nach und nach immer mehr Kraftwerke abgeschaltet werden, weil irgend etwas nicht funktionierte. Und immer wieder passierte das, was nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung angeblich gar nicht hätte passieren dürfen. 

Im amerikanischen Harrisburg ereignete sich 1979 die erste große Kernschmelze, 1986 folgte der Super-Gau im ukrainischen Tschernobyl und 2011 im japanischen Fukushima. Und auf den nächsten Gau sollten wir uns unbedingt auch schon einstellen:

"Die Katastrophen von Fukushima und Tschernobyl werden sich wiederholen."

Am 26. April 2017 wird die Katastrophe von Tschernobyl 31 Jahre her sein. Eine Geschichte des Leugnens, Vertuschens und der völligen Orientierungslosigkeit, auch in Deutschland. Haben wir daraus gelernt? Teils ja, teils nein, sagt die Kommunalpolitikerin und Rechtsexpertin Susanne Benöhr-Laqueur

Auch Anna Veronika Wendland vom Marburger Herder-Institut erinnert an die vielen falschen Fährten, die Regierungen und Fachleute legten, nur um die Probleme nicht zugeben zu müssen, die eine letztlich nicht beherrschbare Technik mit sich bringt:    

"In den ersten Berichten wurde tatsächlich die Version vom Personalversagen sehr stark gemacht, um die Frage nach dem Systemversagen nicht stellen zu müssen."

Auch wenn Deutschland bis spätestens 2022 alle seine Kernkraftwerke abgeschaltet haben will: Andere Länder setzen weiter auf diese Technik. Und wie schon bei Tschernobyl könnten auch wir irgendwann davon betroffen sein. 

Veranstalter der Internationalen Konferenz "Tschernobyl-Wendepunkt oder Katalysator" war die Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin, vom 2. bis 3. Dezember 2016. 

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