Keine Qual der Wahl mehr - Jugendliche aus Nicht-EU-Ländern mit zwei Pässen müssen sich nicht mehr für einen Staat entscheiden.

Union und SPD haben sich geeinigt: Ab Samstag darf jede oder jeder beide Pässe behalten, wenn er bis zu Vollendung des 21. Lebensjahres acht Jahre in Deutschland gelebt hat, sechs Jahre eine Schule bei uns besucht hat oder einen deutschen Schulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung hat.

Musa Cakilli ist einer von ihnen, er hatte gegen die Optionspflicht geklagt, bevor das Gesetz geändert wurde. Er fand es ungerecht, dass seine Freunde aus Italien und Griechenland zwei Staatsbürgerschaften haben durften, er als Türke aber mit spätestens 23 Jahren einen Pass abgeben musste.

Ich verbinde mit der deutschen und der türkischen Staatsangehörigkeit viele emotionale Sachen, beide sind Teil meiner Identität."
Musa Cakilli über die Doppelte Staatsbürgerschaft

Er vergleicht sein Verhältnis zu seinen beiden Staatsbürgerschaften mit der Beziehung zu Mama und Papa: "Da will und kann ich mich gar nicht entscheiden." Was er Kritikern entgegenhält, die bemängeln, dass Integration in Deutschland nicht gelingen könne, wenn sich einige Bürger nicht einmal zwischen zwei Pässen entscheiden könnten? Für ihn sei ein Pass viel mehr als ein Reisedokument. Es gehe um seine Identität.

Ein Pass ist so hässlich wie der andere

Wenn Musa reist, wägt er immer ab, welcher Pass gerade besser geeignet ist und mit welchem Dokument er weniger Scherereien bei der Einreise hat. Rein optisch hat Musa mit seinen zwei Reisedokumenten nichts gewonnen. Der türkische Reisepass ist genauso hässlich, wie der deutsche.