Die rechtsextreme Gruppierung Oldschool Society startete als Facebook-Gruppe. Als ihre fremdenfeindlichen Aktivitäten konkret wurden, griffen die Behörden ein.

Seit November 2014 sind die Gründungsmitglieder Andreas H. aus Augsburg und Markus W. aktiv. Bei einer Gründungsveranstaltung der Oldschool Society (OSS) in der Nähe von Leipzig ist der 56-jährige Andreas H. als Präsident und der 39-jährige Markus W. als Vizepräsident gewählt worden. Zum Vorstand gehört auch der 47-jährige Olaf O., der den Posten des Pressesprechers besetzt. Außerdem wurde die 22-jährige Denise Vanessa G. als Gründungsmitglied identifiziert. Die Vier stehen jetzt vor Gericht. Sie werden verdächtigt, eine terroristischen Vereinigung gegründet zu haben.

"Das, was jetzt der Gruppe Freital vorgeworfen wird, genau diese Art von Anschlägen, das hat auch die sogenannte Oldschool Society geplant."
Holger Schmidt, ARD-Extremismus-Experte

Die OSS-Mitglieder haben sich über ihre Facebook-Gruppe offen vernetzt und kommuniziert. Markus W. gehörte bis zum Verbot der Neonaziorganisation "Kameradschaft Aachener Land" an. Auch Olaf O. ist einschlägig bekannt und beteiligte sich 2011 als Ordner bei einer Neonazi-Demo in Köln und war auch bei Hogesa-Demos dabei. Im vergangenen Jahr wurden die Äußerungen in ihrem Facebook-Chat immer konkreter. Die Äußerung, die Mitglieder sollten bei den zukünftigen Versammlungen nüchtern erscheinen, damit sie ihre Ziele erreichen könnten, war für die Ermittlungsbehörden der entscheidende Hinweis, dass die Pläne der OSS ernst zu nehmen sind.

Konkrete Gefährdung

Die Gruppe hatte sich "pyrotechnische Gegenstände mit großer Sprengkraft" beschafft, heißt es in der Pressemitteilung des Generalbundesanwalts. Ziele der OSS sind demnach "Anschläge auf namhafte Salafisten, Moscheen und Asylbewerberunterkünfte zu begehen". Das haben die Auswertungen der Chat-Protokolle ergeben, die die Ermittlungsbehörden aus verschiedenen sozialen Medien erstellt haben.

"Sie haben sich schon darüber lustig gemacht, welche Opfer sie haben werden. Die Äußerungen sind juden- und ausländerfeindlich gewesen."
Holger Schmidt, ARD-Extremismus-Experte

Ob die OSS-Mitglieder "bereits konkrete Anschlagsziele oder Termine ins Auge gefasst hatten", haben die Behörden nicht mitgeteilt. Die Bedrohung, die von der OSS ausgeht, ist laut dem ARD-Terrorismusexperten ähnlich der Gefahr einzustufen, die von der "Gruppe Freital" ausgeht.

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