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Für Kleidung wird jedes Jahr tonnenweise Polyester produziert. Nun möchte die Bekleidungsindustrie ihre Recyclingquote erhöhen.

Bis 2025 soll der Anteil von recyceltem Polyester in der Modeindustrie bei 45 Prozent liegen, bis 2030 sogar bei 90 Prozent. Aktuell sind es nur rund 17 Prozent. Die Nichtregierungsorganisation Textile-Exchange hat sich im Rahmen einer UN-Charter dieses Ziel gesetzt, um nachhaltiger zu produzieren und letztlich 2050 klimaneutral operieren zu können. Hintergrund ist die massive Verschmutzung der Welt, insbesondere der Weltmeere mit Plastikmüll.

"Das ist nicht nur wichtig, weil Polyester nicht abbaubar ist, sondern auch, weil die Mode-Industrie immer weiter wächst."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Mehr als die Hälfte der Stoffe und Fasern, die in der Mode-Industrie verwendet werden, sind aus Polyester. 32 Millionen Tonnen der jährlich produzierten Menge von Polyester entfallen auf die Mode-Industrie. Insgesamt sind es nach Angaben von Textile Exchange 57 Millionen Tonnen.

Prognose: Kleidungsindustrie mit massivem Wachstum

Hinter dem Namen Textile-Exchange stehen rund 85 Marken, Handelsunternehmen und Materialproduzenten aus der Textilindustrie. Die Organisation finanzierte sich 2019 überwiegend über Zertifikate, Mitgliedsbeiträge und Konferenzen. Unter den beteiligten Unternehmen sind unter anderem Adidas, G-Star, Helly Hansen, die H&M Group und Nike.

Die Nichtregierungsorganisation Changing Markets Foundation erwartet, dass sich die weltweite Produktion von Mode zwischen 2015 und 2030 fast verdoppeln wird. Die Stiftung mit Sitz in den Niederlanden setzt sich für mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft ein.

"Bei Kleidung wird oft Mischgewebe verwendet, und das lässt sich nicht einfach so recyceln."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Recyceltes Polyester verbraucht weniger Ressourcen als nicht-recyceltes Plastik. Zweiter Pluspunkt des Materials: Der Müll, aus dem die recycelten Polyester-Fasern bestehen, liegt nicht in der Umwelt herum. Aktuell bestehen recycelte Polyester-Stoffe überwiegend aus PET-Flaschen und nicht aus alter Kleidung.

Branche mit einem Umweltproblem

Plastik ist nicht abbaubar. Die Kleidungsindustrie gilt als global zweitschmutzigste Branche.