Der Schrank ist voll. Die Bügel doppelt belegt - doch nichts Passendes dabei. Da gehen wir doch schnell was Neues shoppen. Allerdings tragen wir unsere Klamotten dann oft nur ein Mal: 40 Prozent unserer Kleidung hängt nämlich ungetragen im Schrank.

Fast die Hälfte unserer Klamotten hängt im Schrank. Das hat eine Greenpeaceumfrage zum Umgang mit Kleidern ergeben. Umweltfreundlich, gesundheitsschonend und fair ist allerdings anders. Unser Kleiderkonsum ist paradox. Die Studie sagt auch: Wir wünschen uns strapazierfähigere und nachhaltigere Klamotten. In der Regel wird aber neu gekauft. So geht es auch DRadio-Wissen-Reporter Christian Schmitt. Er hat für uns einen Blick in seinen Kleiderschrank geworfen und festgestellt: Darin sind ziemlich viele Klamotten, die er schon sehr lange nicht mehr getragen hat.

DRadio-Wissen-Reporter Christian Schmitt
"Wenn ich doch mal aufräume, finde ich Sachen, die ich schon Jahre nicht mehr an hatte - von deren Existenz ich schon gar nicht mehr wusste. Die Hälfte der Teile sind Schrankleichen."
DRadio-Wissen-Reporter Christian Schmitt beim Versuch Ordnung in seine Schrankhälfte zu bringen.

Zum Schneider geht nur jeder Zweite

Alex Bohn ist Modejournalistin und sie bloggt auf fair-a-porter. Auf ihrem Blog geht es um nachhaltige Mode, Kosmetik und Lifestyleprodukte. Für die Auswahl der Produkte, die sie auf ihrem Blog featured, hat sie vier Kriterien aufgestellt: ökologische Rohmaterialien, transparente Produktion, Langlebigkeit und giftstofffreie Produktion.

"Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass sich im Jahr 2015, zwei Jahre nach dem Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza, in der Mode noch nicht viel geändert hat."

Mindestens ein Kriterium muss für Alex Bohn erfüllt sein. Dabei hat sich schon einiges getan, erklärt sie. Nach zehn Jahren als Modejournalistin, kennt sie nicht nur die Szene, sondern auch die Industrie sehr gut. Mittlerweile gibt es Modefirmen, die einen Reparaturdienst anbieten. Wenn die Jeans durchgescheuert ist, könnt ihr sie dort einschicken und sie wird geflickt.