Eine kleine Unachtsamkeit - der von Bastian Schweinsteiger verursachte Elfmeter - ist mitverantwortlich für den Spielverlauf. Wir fragen: Sollten bei solchen Spielen die Regeln angepasst werden?

Deutschland ist gegen Frankreich rausgeflogen. Wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn es den Handelfmeter nicht gegeben hätte. Ein denkbares Szenario lautet: Frankreich schießt aus dem regulären Spielverlauf heraus gegen die deutsche Abwehr kein Tor, Deutschland kommt zumindest in die Verlängerung oder macht vorne irgendwie die Bude.

Wir stellen die Frage: Wenn eine solche Kleinigkeit wie die Unaufmerksamkeit Schweinsteigers (womöglich) spielentscheidend ist - wäre es nicht angebracht, über eine Regeländerung nachzudenken? Schließlich war Deutschland doch weitgehend die dominierende Mannschaft. Wenn ein Elfmeter zum Sieg Frankreichs führt, ist das doch der Dramatik des K.O.-Spiels irgendwie nicht angemessen.

Einen ganzen Turnierverlauf ändern?

Klaas Reese vom Podcast "Collinas Erben" hat dazu eine eindeutige Meinung: Die Regeln sind, wie sie sind. Und sie sollten nicht für bestimmte Spiele geändert werden. Denn welche Spiele gelten als besonders wichtig oder dramatisch, bei denen eine Elfmeterentscheidung spielentscheidend ist und vielleicht sogar einen ganzen Turnierverlauf ändert?

Bei einem K.-O.-Spiel im Halbfinale ist das vielleicht noch zu beantworten. Bei einem Gruppenspiel, dem noch zwei weitere folgen, ist das schon nicht mehr so einfach. Aber auch hier ist man im Nachhinein vielleicht schlauer und weiß, dass der Elfmeter über Weiterkommen oder Nicht-Weiterkommen entschieden hätte. Aber das weiß man eben erst im Nachhinein.

"Die Schiris bei dieser EM haben laufen lassen. Die Spieler haben das auch angenommen."
Klaas Reese

Schweinsteigers Armhaltung war "unnatürlich", sagt Klaas Reese. Er hat damit seine Körperfläche vergrößert. Deshalb war das eine korrekte Entscheidung und ein korrekt gegebener Elfmeter. "Der Schiri muss das pfeifen."

Dass der Schiedrichter Nicola Rizzoli ein Italiener ist und die Italiener gegen Deutschland im Viertelfinale verloren haben, ist für Klaas Reese kein Problem. "Man kann es auch anders sehen: Wenn die Italiener weitergekommen wären, hätte Rizzoli keinen Einsatz mehr gehabt. Vielleicht hat er sich über die Niederlage Italiens sogar gefreut."

Das Finale pfeift der Engländer Mark Clattenburg. "Ein Profi und sehr guter Schiedsrichter", sagt Klaas Reese. Das letzte große Spiel, das Clattenburg geleitet hat, war das Champions-League-Finale zwischen Athletico und Real Madrid.