Andere Länder, andere Sitten und Gesetze: Damit ihr bei eurer nächsten Reise gut vorbereitet seid und nicht in Schwierigkeiten geratet, haben wir ein paar Tipps gesammelt, die nicht in jedem Reiseführer stehen.

Es wird Sommer und damit höchste Zeit, mal wieder richtig Urlaub zu machen. Damit euer Urlaub kein Alptraum wird, haben wir ein paar Dinge, die ihr beachten solltet.

Tipp 1: Aufpassen, wo ihr euer Zelt aufstellt

Dank Jedermannsrecht dürft ihr in Schweden oder Norwegen überall euer Zelt aufschlagen und übernachten. In anderen Ländern kann Wild-Zelten aber gefährlich werden.

"Da gucken wir aus unserem Moskitonetz raus und blicken plötzlich vier Kalaschnikows entgegen."
Fabian Nawrath, fuhr mit seinem Kumpel per Rad quer durch Afrika

Fabian und sein Kumpel schlugen ihre Zelte - ohne es zu wissen - in einem geheimen militärischen Sperrgebiet im afrikanischen Sambia auf. Nach einer Angst einflößenden Begrüßung waren die Soldaten dann aber doch ganz nett und führten die beiden zu einem legalen Zeltplatz, erzählt DRadio-Wissen-Reporter Johannes Döbbelt.

Tipp 2: Sittsam bleiben

An manchen Orten können Küsse in der Öffentlichkeit zu weit gehen, auch in Ländern, die auf den ersten Blick westlich und liberal erscheinen, sagt Johannes. In muslimisch geprägten Ländern kommt es darauf an, wo ihr gerade seid: In touristischen Gegenden werden Küsschen oder Händchenhalten eher toleriert als in Gegenden, wo kaum Touristen unterwegs sind.

Nicht-ehelicher Sex ist allerdings in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten strafbar. Deshalb dürfen sich nicht-verheiratete Paare kein Zimmer teilen. "Für Touristen drückt man in Dubai oder Abu Dhabi aber beide Augen zu", sagt Johannes. "Paare, die nicht verheiratet sind, können Doppelzimmer buchen, auch ohne eine Heiratsurkunde vorzulegen."

Tipp 3: Cool bleiben bei korrupten Polizisten

Als Touristen seid ihr leichte Beute für Polizisten, die sich was dazuverdienen wollen. Wenn ihr angehalten oder kontrolliert werden solltet, weil ihr gegen irgendein Gesetz verstoßen haben sollte, ist es sinnvoll, zwei Geldbeutel dabei zu haben. Einen mit wenig Geld und eurem Pass und ein zweites, in dem eure eigentlich Reisekasse ist.

"Bei der Ausweiskontrolle sehen die Polizisten nur den Geldbeutel mit wenigen Scheinen und verlangen dann vielleicht nicht so viel Schmiergeld."
Johannes Döbbelt, DRadio Wissen

Noch ein Tipp hat Dokumentarfilmer Dennis Weinert auf Lager. Er war schon in vielen korrupten Ländern wie dem Kongo unterwegs und rät: Konsequent nein sagen, wenn Polizisten Geld verlangen. Stattdessen lieber kleinere Geschenke dabeihaben. Eine Cola spendieren oder eine Zigarette für den Straßenposten. "Selbst wenn man nicht raucht, ist es immer ratsam, eine Zigarettenschachtel dabeizuhaben", sagt Dennis.

Tipp 4: Finger weg vom Joint

Trauminsel, Strand, Sonnenuntergang und dazu vielleicht eine Tüte rauchen, das ist in vielen Ländern eine schlechte Idee. In den meisten südostastiatischen Ländern wie Thailand, Indonesien, Malaysia, China, Singapur, Vietnam oder auf den Philippinen, aber auch in vielen arabischen Ländern, gibt es heftige Strafen für Drogenbesitz.

"Schon bei kleinen Mengen von weniger als 0,1 Gramm kann man im Knast landen."
Johannes Döbbelt, DRadio-Wissen-Reporter

Bei größeren Mengen drohe sogar die Todesstrafe. Insbesondere in Indonesien ist die immer mal wieder an Ausländern vollstreckt worden.

Vorsicht bei Zwischenstopps

Aufpassen solltet ihr auch bei Zwischenstopps. In den Vereinigten Arabischen Emiraten müssen manche Reisende Bluttests machen und wenn Drogen nachgewiesen werden, könnt ihr für mehrere Jahre im Knast landen. Also aufpassen, wann ihr vor Reisebeginn was konsumiert.

Tipp 5: Keine Banner klauen

Auch wenn Diebstahl überall auf der Welt strafbar ist, kann das in Nordkorea besonders bitter werden. Da wurde Anfang des Jahres ein 21-jähriger Student aus den USA zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt, weil er ein rotes Banner mit koreanischen Schriftzeichen aus seinem Hotel in Pjöngjang geklaut hatte, das er als Souvenir mitnehmen wollte. "Er gestand - wahrscheinlich unter Zwang-, dass er von der amerikanischen Regierung zu seinem Vergehen angestiftet wurde", berichtet Johannes.