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Marcel Franke ist von Geburt an blind. 2011 reiste er zum ersten Mal nach New York, seitdem ist Reisen sein großes Hobby. Statt Foto- macht er Audiobilderalben, um sich an die Urlaubsorte zu erinnern.

Marcel Franke ist blind zur Welt gekommen. Weder Farben, Umrisse oder Lichter kann er wahrnehmen. Im Alltag bewegt sich Marcel nur mit einem Stock und nutzt manchmal ein Navigationssystem, das ihm bei der Orientierung hilft.

"Das ist schon stressig auf der Straße, wenn viel los ist."
Marcel Franke ist von Geburt an blind

Seine erste richtige große Urlaubsreise hat er 2011 nach New York gemacht. Seitdem reist er begeistert durch die Welt. Aber anders als Sehende macht Marcel keine Fotoalben, sondern Audiobilder-Alben.

Marcel und Raphaela Franke in New York
© Raphaela Franke

In die Audiobilderalben kommen bestimmte Geräusche oder Stimmen von den
Orten, die er bereist wie zum Beispiel das Rauschen des Wasserfalls von
Iguazu in Argentinien.

Mit diesen Audiobilderalben erinnert er sich an seine Reisen, so wie andere sich mit ihren Fotoalben zurückversetzen. Im Audio (Play-Button oben) hört ihr Marcels Audiobilderalbum von Delhi und aus Südafrika.

"Das Audiobilderalbum ist ein ganz persönliches Hörerlebnis von meinen Reisen."

Während seiner Indienreise hat Marcel auch einen Abstecher zum Taj Mahal gemacht. Indien sei deshalb ein besonderes Land, weil es am weitesten von unseren westlichen Vorstellungen entfernt sei. Er liebt dieses Land, weil er dort Menschen kennengelernt hat, die echtes Interesse an ihm gezeigt hätten.

"Es herrscht einfach totales Chaos in Indien. Entweder liebt oder hasst man es. Ich liebe es."
Marcel reist blind durch die ganze Welt

Die Indien-Reise hat Marcel zusammen mit seiner Frau Raphaela gemacht. Im Audiobilderalbum könnt ihr hören, wie sie ihn durch das dichte Gedränge auf den Straßen Delhis lotst.

"Durch Beschreibungen leben die Bilder auch in meinem Kopf."
Marcel Franke reist blind durch die ganze Welt

Aber er reist auch allein, wenn seine Frau keine Zeit hat wie zum Beispiel nach Kapstadt. Dann ist er besonders auf die Hilfe von anderen Menschen angewiesen wie zum Beispiel von Flugbegleitenden. "Ich bin immer offen für Hilfsangebote", sagt er, weil er so auch immer wieder neue Kontakte knüpfen kann.

Sehenswürdigkeiten begreifen

Es gebe aber auch Reiseangebote, die auf Blinde und Menschen mit Sehbehinderung zugeschnitten seien. Das besondere sei, dass Orte besonders beschrieben werden oder Dinge auch angefasst werden könnten.

"Am Taj Mahal bekommt man auch einen 3D-Modell davon in die Hand, damit man sich das von der Architektur her vorstellen kann."
Marcel Franke reist blind durch die ganze Welt

Im Gespräch beschreibt Marcel wie Delih riecht, dass auch das Wetter ein wichtiger Sinneseindruck ist und wie sich der Rüssel eines Elefanten anfühlt. Außerdem erzählt er, wie er sich in der Zipline gefühlt hat und wohin er noch reisen möchte. Einfach oben auf den Playbutton klicken.

Wer mehr von Marcel hören will, kann in seinen Podcast "Blind Reisen" abonnieren.