Leo und Sebastian reisen um die Welt. Alles ist möglich, eines aber tabu: Mit dem Flugzeug zu fliegen.

"Wenn man wenig Zeit hat, hat man kaum eine andere Chance als zu fliegen", sagt Leo. Aber sie und ihr Freund Sebastian wollten das anders machen und nahmen sich die Zeit. Seit knapp eineinhalb Jahren ist das Paar jetzt unterwegs - bevorzugt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ansonsten haben die beiden von Bus, Boot, Zug, zu Fuß, Mietwagen, Pferd oder Fahrrad fast jedes Transportmittel mitgenommen. 

Zufällige Länderliebe

Vorteil ihrer Art zu Reisen, sagen sie, ist: Es spart CO2 und die Langsamkeit hat schöne Nebeneffekte. Quasi auf dem Weg sammeln sie Länder ein, die sie vorher gar nicht auf dem Plan hatten. "Tadschikistan beispielsweise hatten wir nie geplant. Heute ist es ein Highlight der Reise," erzählt Leo. Rund einen Monat haben sie dort verbracht.

"Die Bilder, die man von Instagram kennt, sehen immer supertoll aus. Das ist aber nicht der Reisealltag, sondern das sind die Highlights. Reisen ist viel mehr."
Leo reist mit ihrem Freund um die Welt und bloggt darüber

Reisen, das sind für die beiden viele tolle, einmalige Erlebnisse. Aber auch der Alltag gehört dazu. Auch für sie als Paar, das vorher noch nicht zusammengewohnt hat. Plötzlich 24/7 zusammen zu verbringen, ist nicht nur Gefühlsrausch, sondern das sind auch Nachmittage im ranzigen Hostel oder ewig lange Zugfahrten im überfüllten Abteil. 

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Harmonisch und ausgeglichen bleibt es bei den beiden auch, weil sie genau um diesen Alltag des Reisens wissen. Etwas unnötiges Adrenalin bringen da eher Begegnungen wie bei ihrer China-Einreise, erzählt Sebastian. Dort wurden direkt ihre Pässe einbehalten und Sebastians Gepäck in einem mysteriösen Nebenraum mehr als gründlich gecheckt. Und auch die Fragen des Beamten gingen weit über "Was ist der Grund für Ihren Aufenthalt?" hinaus.

"Der Beamte frage, ob wir Kinder wollen, warum wir keine Kinder haben oder was wir von Hitler halten."
Sebastian über seinen kuriosen

Ein paar seltsame Einschüchterungsversuche mit dem Elektroschocker und ein unverständliches chinesisches Formular später, hieß es dann doch "Alles in Ordnung", erzählt Sebastian. Einfluss auf China- und Asien-Begeisterung hatte das übrigens nicht. Unterwegs durch Vietnam, Nepal, China haben sie viele Leute, beispielsweise beim Couchsurfen kennengelernt.

"Worauf warten wir eigentlich?"

Das sich Leo und Sebastian überhaupt auf den Weg gemacht haben, haben sie übrigens ein bisschen dem Zufall zu verdanken. Bei Leo wuchs der Wunsch, selbst lange zu reisen mit einer Doku über eine Wanderung von der Quelle des Nils bis zum Meer. Passenderweise schickte ihr Sebastian fast zeitgleich den Link zum Text "10 Gründe, warum Sie unbedingt mal eine Weltreise machen sollten." Und auf einmal waren beide mittendrin in der Frage "Worauf warten wir eigentlich?"