Ihr seid mit dem Mietwagen oder dem eigenen Wohnmobil auf einer spanischen Landstraße unterwegs und plötzlich platzt der Autoreifen – kein Problem, das könnt ihr leicht selbst hinkriegen. Unsere Reporterin weiß, worauf ihr achten solltet, bevor ihr euch mit dem eigenen Gefährt auf die Reise macht.

Der Reifen ist platt und die nächste Autowerkstatt viele Kilometer weit weg. Selbst wenn ihr noch nie einen Reifenwechsel durchgeführt habt, ist es relativ einfach, das zu tun. Vorausgesetzt, ihr habt einen Ersatzreifen im Kofferraum.

Deswegen ist es vor einer Reise wichtig, nachzusehen, wie das Auto für den Notfall ausgestattet ist. Vor allem, wenn es beispielsweise ein Mietwagen ist, lohnt es sich, das vor der Fahrt zu checken.

"Wenn der Motor nicht mehr läuft, dann gibt es eigentlich nur den Weg über den Pannendienst, dass die einen von der Autobahn dann erst einmal herunterholen."
Georg Königs, Automechaniker

Manche Fahrzeuge verfügen über ein vollwertiges Reserverad, andere über ein Notrad und in manchen Pkw befindet sich nur ein Pannenset, weiß der Automechaniker Georg Königs. Wie man beispielsweise ein Reifenpannen-Set nutzt oder einen Reifen wechselt, könnt ihr euch in Youtube-Tutorials ansehen und am besten schon vor der Abfahrt üben.

Im Falle einer Reifenpanne

Grundsätzlich ist es wichtig, euch und andere Verkehrsteilnehmer nicht in Gefahr zu bringen, wenn ihr einen platten Reifen habt, deswegen gilt grundsätzlich:

- Fahrzeug sicher abstellen
- Unfallstelle absichern (Warndreieck aufstellen)
- Euch selbst von Weitem sichtbar machen (Warnweste anziehen)

Wenn ihr auf dem Standstreifen einer Autobahn liegen geblieben seid, dann dürft und solltet ihr einen Pannen- oder Abschleppdienst informieren, der das Fahrzeug von der Fahrbahn holt.

Wer ein Notrad anbringt oder das Loch im Reifen mit der Latexmischung aus dem Pannenset abdichtet, sollte möglichst schnell die nächste Autowerkstatt aufsuchen. Allerdings sollte ihr nicht schneller als 50 oder 60 Kilometer pro Stunde mit einem Notrad oder einem geflickten Reifen fahren, weil es ein Sicherheitsrisiko im Verkehr darstellt.

Bei einer Schraube oder einem Nagel, der im Reifen steckt, empfiehlt der ADAC, diesen nicht zu entfernen. Die Luft bleibt länger im Reifen, wenn der Nagel stecken bleibt, bis ihr die nächste Autowerkstatt erreicht habt. In solch einem Fall lässt sich der Reifen manchmal wieder reparieren, sagt unsere Reporterin Kerstin Ruskowski.

Die häufigsten Ursachen für Autopannen

Neben Problemen mit den Reifen werden Autopannen verursacht, weil es Schwierigkeiten mit der Lenkung, dem Fahrwerk, den Bremsen, dem Motor, der Auspuffanlage oder der Batterie gibt. Das hat der Autoclub AvD festgestellt, der Notrufe für eine Pannenstatistik ausgewertet hat.

"Grundsätzlich gilt es, den Luftdruck zu prüfen. Mal die Reifen genauer anzuschauen: Wie sieht mein Profil aus? Und wenn man sich nicht sicher ist: In die Werkstatt fahren und da mal kurz darauf gucken lassen."
Georg Königs, Automechaniker

Manche Probleme lassen sich leicht vermeiden. Beispielsweise indem man halbjährlich den Luftdruck der Reifen checkt und bei Bedarf korrigiert.

Vor allem, wenn wir mit einem voll beladenen Fahrzeug in den Urlaub fahren wollen, empfiehlt es sich, den Reifendruck anzupassen. Wie hoch der Druck im Reifen bei vollem Kofferraum sein muss, steht entweder im Tankdeckel oder auf der Fahrerseite im Türrahmen des Wagens. Der Autoclub AvD rät außerdem auch den Ölstand und die Kühlflüssigkeit zu überprüfen.

Es kann sich in manchen Fällen auch lohnen, in einem Autoclub Mitglied zu sein. Beispielsweise, wenn man das Fahrzeug aus dem Ausland ins Heimatland zurückführen muss. Vor dem Urlaub lohnt es sich zu überlegen, ob man über eine bestimmte Dauer eine Autoclub-Mitgliedschaft abschließen will.

Wer mit einem Carsharing-Auto verreisen möchte, sollte vorab checken, ob es überhaupt erlaubt ist, den Wagen mit ins Ausland mitzunehmen.