Lena und Uli waren zwei Jahre zusammen in Westafrika unterwegs. Daraus sind ein Film und ein Buch entstanden. Um das zu schaffen, mussten sie verstehen, was ihnen guttut.

Im Film sitzt Lena irgendwann allein im Land Rover und nimmt sich selbst auf: "Ich bin gespannt, ob der Uli das durchsteht, ob er die Reise zu Ende macht - oder nicht." Vorsichtig ausgedrückt sind Lena und Uli etwas unterschiedlich. Lena knüpft leicht Kontakte, geht auf Menschen zu, genießt den Austausch. "Ich habe einfach Bock loszulaufen", sagt sie. Deswegen liebt Lena Westafrika. 

Reisen als Suche

Uli hingegen startet die Reise, nachdem bei ihm gerade eine mittelschwere Depression diagnostiziert worden war. "Ich dachte, ich lasse das alles in Deutschland und hinter mir. Aber ich habe das alles mitgenommen." Er sucht vor allem Ruhe. Keine idealen Voraussetzungen.

"Ich habe auf der Reise etwas gesucht, was ich nicht gefunden habe."
Lena Wendt

Das war den beiden aber gar nicht wirklich bewusst, als sie sich 2014 auf die Reise gemacht haben: von Marokko über Mauretanien und Senegal bis Liberia und Sierra Leona. Insgesamt 14 Länder in zwei Jahren. Ganz am Ende kommen sie wieder nach Marokko und wollen sich etwas Ruhe und Abstand gönnen. Uli bleibt in Marokko und surft, Lena macht sich sofort wieder auf die Reise.

"Ich kannte mich zu wenig selbst."
Uli Stirnat

Beiden wird klar: um wieder zueinander zu finden, müssen sie erst mal sich selbst besser verstehen. So können sie sich schließlich in das nächste Abenteuer stürzen und machen sich an die Arbeit, ihre Erlebnisse in Buch und Film zu fassen. Der Titel: "Reiss aus".

Lena Wendt und Uli Stirnat haben die vielen Begegnungen während ihrer Reise in einen Film gepackt.
© Lena Wendt & Uli Stirnat

Am 14. März 2019 kommt der Film in die Kinos. Für die beiden ist der Film auch ein Dankeschön an die Menschen, die sie auf ihrer Reise getroffen haben. Mit den Einnahmen aus dem Film wollen Lena und Uli unter anderem Projekte in Marokko und Mauretanien unterstützen.

In Eine Stunde Talk erzählen die beiden, wie sie sich auf der Reise verloren haben, wieder zueinanderfanden und warum Vipassana-Meditation auch beim Filmemachen hilft.

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