Ursprünglich haben Ulrich und Lena sechs Monate für ihre Reise von Hamburg nach Südafrika geplant. Doch dann ist alles anders gekommen. Sie fuhren stattdessen knapp zwei Jahre durch Westafrika.

Zu sich selbst zu finden und erst nach Hause zu fahren, wenn sich an der eigenen Einstellung zum Leben etwas grundlegend verändert hat - dieses Ziel haben sich Ulrich und Lena gesteckt. Denn 2014 hat Ulrich an einem Burnout gelitten und seinen Job als Ingenieur gekündigt. Lena, die als Fernsehjournalistin arbeitet, war schon immer reiselustig und schlägt darum vor, einfach loszufahren - Richtung Südafrika. 

"Ich hab mich einfach reingestürzt. In der Zeit in Afrika habe ich dann gelernt, Abstand von Dingen zu gewinnen."
Ulrich Stirnat

Lena erzählt, sie seien beinahe täglich von wildfremden Menschen, die selbst kaum etwas hatten, zum Tee oder zum Essen eingeladen worden. Das habe sie sehr beeindruckt. Die Tage und Nächte verbringt das Paar während dieser Zeit auf engstem Raum im eigenen Auto oder in einem alten Zelt. Die Lebenshaltung, erklären die beiden, sei so sehr günstig gewesen. 

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New horizons 🌍 Morocco

Auf 46.000 Kilometern erleben die zwei auf ihrer Reise tagtäglich Abenteuer und sind 22 Monate unterwegs. Rückblickend sei der Verkehr in Frankreich gefährlicher gewesen, als das Leben in Westafrika, sagt Lena lachend.

Zerreißprobe für die Beziehung

"Es ist nicht leicht zu zweit zu reisen auf so engem Raum," sagt Ulrich. Man lerne den anderen sehr gut kennen. Es habe sie beide zusammen, aber auch auseinander gebracht. "Es war mein Traum, die Reise zu machen, aber alle Papiere und das Auto liefen auf Ulrich," sagt Lena. Wäre das Auto nicht gewesen, hätten sie sich wohl getrennt, erzählt sie. Eine so lange Reise würde dem anderen und einem selbst die eigenen Schwächen und Stärken vor Augen führen.

"Ulli war mein Spiegel und das wollte ich zuerst nicht sehen."
Lena Wendt

Jetzt sind Lena und Ulrich zurück in Deutschland und arbeiten an einem Film über ihre Reise. "Abgefahren - Zwei Menschen. Zwei Jahre. Ein Traum" ist der Titel. Damit der Film fertig wird, sammeln die beiden per Crowdfunding zur Zeit Geld.

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