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Mitten im zweiten Lockdown in Deutschland ist der DAX auf einem neuen Allzeithoch. Der Grund: Die Börse bildet nicht die aktuelle Situation ab, sondern blickt in die Zukunft.

Im Februar 2021 war die Stimmung an der Börse richtig gut. Dann kam Corona und der DAX schmierte ab. Mitten im zweiten Lockdown dann die Nachricht: Der DAX ist auf einem neuen Allzeithoch. Wie kann das sein?

Impfstoff und Wirtschaftshilfen boosten DAX

Viktor Gojdka, Börsenexperte der ARD, sagt, es gibt zwei Gründe für diesen neuen Boom: Der eine Grund ist die Hoffnung auf Besserung der Situation durch die Impfungen, die seit dem 28.12.2020 auch in Deutschland verfügbar sind. Da drückt sich also der Optimismus aus, dass das Virus ausgebremst wird und dann die Wirtschaft wieder besser läuft.

Noch wichtiger für die Erholung des DAX war aber die finanzielle Unterstützung für Unternehmen, so der Börsenexperte. Notenbanken und Regierungen haben mit großen Investitionen versucht, die Wirtschaft zu stützen. Weltweit haben Regierungen dafür 10 Billionen Dollar zur Verfügung gestellt.

"Ein Teil von diesem Geld kommt auch an der Börse an und treibt hier ordentlich die Kurse."
Viktor Gojdka, ARD-Börsenexperte

Dabei ignoriert die Börse nicht etwa die aktuelle Situation, erklärt Viktor Gojdka, vielmehr richtet sie den Blick sechs bis neun Monate in die Zukunft. Die Kurse von heute bilden also nicht die aktuelle Lage ab, sondern die Lage, die für den Sommer und Herbst 2021 erwartet wird.

Scheitern ist keine Option

Viele Börsianer Und Börsianerinnen seien aber Berufsoptimisten. Was ein mögliches Scheitern dieser Pläne angeht – falls zum Beispiel das Virus mutiert oder die Impfungen doch nicht so lange halten, wie aktuelle Studien vermuten lassen – da hält sich die Börse schon ein bisschen die Augen zu, meint Viktor Gojdka.

Dass die Börse im Frühjahr so abgesackt ist, lag vor allem an der Unsicherheit, mit der viele Unternehmen konfrontiert waren. Zum Beispiel, weil Lieferketten nicht mehr funktioniert haben. Viktor Gojdka erklärt das anhand eines Autos: Das bestehe aus Teilen, die zum Teil von 500 verschiedenen Lieferanten bezogen werden. Wenn nur ein Teil fehle, könne das Auto nicht gebaut werden. Da mussten Umstellungen vorgenommen werden, die jetzt dafür sorgen, dass die Lieferketten nicht mehr so schnell unterbrochen werden, erklärt der Börsenexperte.