In diesem Jahr wollen so viele Menschen wie noch nie den Mount Everest besteigen. Die Basislager auf beiden Seiten des Berges sind voll. 

Auf der Nepalesischen Seite warten aktuell 750 Menschen auf ein Wetterfenster, um den Aufstieg zu starten. Auf der Nordseite in Tibet sind es 350 Personen.  Die Zeit drängt, denn die Saison am Everest ist kurz. Sie geht von April bis Ende Mai, Anfang Juni. 

"Vielen Gipfelanwärtern fehlt es an alpiner Erfahrung."
Stefan Nestler, Sportjournalist

Aufgrund des hohen Andrangs am Mount Everest  kommt es immer wieder zu Staus am Berg. Dies kann zu gefährlichen Situationen führen, erklärt der Sportjournalist Stefan Nestler. Wer beispielsweise an Sauerstoffflaschen spart, könne im Stau schnell in eine lebensbedrohliche Situation kommen. Vielen Gipfelanwärtern fehle es an alpiner Erfahrung, sie sind schnell überfordert. Die Konsequenzen sind oft dramatisch. In 2016 gab es fünf Todesfälle in Gipfelnähe.

Dieses Jahr starben am Mount Everest bislang zwei Menschen, darunter auch der Schweizer Extrembergsteiger Ueli Steck.

Eine Diskussion darüber, die Anzahl der Genehmigungen für den Aufstieg zum Mount Everest zu begrenzen und damit die Risiken zu minimieren, gibt es seit 20 Jahren. Bisher hatten selbst die vielen Todesfälle am Berg keinen Einfluss auf die Vergabe der Genehmigungen. Der Grund: Der Tourismus am Mount Everest ist für Nepal ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die Lizenz für den Aufstieg kostet 11.000 Dollar, außerdem leben Tausende von Menschen von dem Geschäft mit den Bergsteigern.