Unser Rentensystem ist kompliziert. Unterm Strich wissen wir, dass wir im Alter kaum etwas von unseren heutigen Zahlungen in die gesetzliche Rentenkasse zu erwarten haben. Grund genug, auf eine Reform des Rentensystems zu drängen.

Die Rente ist immer Thema. Aktuell streiten Politiker um die Riester-Rente. Bei der Rentendiskussion geht es vor allem um die zukünftigen Rentner, sagt unser Hauptstadtkorrespondent Stefan Maas. Wer jetzt am Beginn seines Berufslebens steht, muss damit rechnen, dass die gesetzliche Rente nicht mehr ausreichen wird, erklärt Stefan, und muss privat vorsorgen oder länger arbeiten.

"Die Sorge davor, im Alter arm zu sein, die gibt es bei Jungen und Alten gleichermaßen."
Stefan Maas, Hauptstadt-Korrespondent

Seit die Zinsen im Keller sind, sind die Aussichten bei der privaten Altersvorsorge wenig erfreulich. Mit der Riester-Rente oder Lebensversicherungen können jüngere Generationen nur noch wenig bis ins Rentenalter ansparen. Die Generation der Berufseinsteiger müsste eigentlich Interesse daran haben, Druck auf die Politiker zu machen, damit diese das Rentensteuer herumreißen und das System reformieren.

Rentenresignation

Stattdessen sind sie eher mit dem Thema überfordert und investieren wenig in die Altersvorsorge - wie in einer Studie nachzulesen ist. Stefan erklärt am Beispiel des Rentensystems in der Schweiz, wie ein solidarisches System funktionieren kann, von dem alle profitieren: Das System besteht aus drei Säulen, zwei halbprivaten Sicherungssystemen und einer gesetzlichen Rentenversicherung.

Schweizer Drei-Säulen-System

An dieser gesetzlichen Altersvorsorge sei das Besindere, dass alle, also auch Beamte und Selbstständige, die im deutschen System ausgenommen sind, in die Rentenkasse einzahlen. Für die Rentenbeiträge wird das gesamte Einkommen angerechnet. Sie sind nicht gedeckelt wie in unserem System. Die Rentenauszahlungen an den Einzelnen unterliegen einer Obergrenze. Wer viel eingezahlt hat, bekommt verhältnismäßig weniger heraus. Die Beitragszahler, die mehr einzahlen, tragen somit die Rente derjenigen mit, die weniger einzahlen.

Das Gute an dem System sei, dass diejenigen, die nur wenig einzahlen können, am Ende nicht mit einer mickrigen Rente verarmen. In Deutschland sei aber gerade die Einbeziehung von Beamten und Selbstständigen in die gesetzliche Rente eine heilige Kuh, sagt Stefan. Viele Illusionen macht sich Stefan über eine Reform des deutschen Rentensystems nicht. Ein Meilenstein wäre, wenn es gerade für die Berufseinsteiger übersichtlicher und verständlicher wird.

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