Manche Elektrogeräte sind so konstruiert, dass ihr sie nicht reparieren könnt – auch wenn nur eine Kleinigkeit kaputt ist. Das könnte sich bald ändern. Die EU-Kommission plant neue Regeln, damit ihr häufiger Elektrogeräte reparieren könnt statt sie wegwerfen zu müssen. Unser Reporter Konstantin Köhler findet die neuen Regeln sinnvoll.

Vielleicht könnt ihr bald eure kaputten Elektrogeräte sehr viel einfacher reparieren. Das zumindest will die EU-Kommission. Sie hat dafür eine Verordnung erlassen, die noch vom europäischen Parlament abgesegnet werden muss. Die Verordnung gilt für Großgeräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen, Spülmaschinen oder Fernseher, so unser Reporter Konstantin Köhler.

So bauen, dass Reparaturen möglich sind

Damit solche Großgeräte sich einfacher reparieren lassen, sieht die EU-Kommission diese beiden neuen Regeln vor:

  • Ersatzteile müssen mindestens zehn Jahre lang beim Hersteller verfügbar sein. Das ist keine Revolution, denn die meisten Hersteller bieten bereits Ersatzteile für diesen Zeitraum an. Dennoch: Die Verordnung schreibt die zehn Jahre nun fest.
  • Einzelteile müssen mit allgemein erhältlichen Werkzeugen ausgetauscht werden können – und zwar ohne, dass das Gerät dauerhaft beschädigt wird. Das kann bedeuten, dass Hersteller die Konstruktion der Geräte anpassen müssen. Diese neue Regel könnte in Sachen Reparaturfreundlichkeit tatsächlich helfen.

In der Praxis kann das bedeuten, dass ihr zum Beispiel euren Fernseher nicht mehr wegwerfen müsst, nur weil ein wichtiges Plastikteil verklebt statt verschraubt ist und ihr es deshalb nicht tauschen könnt. Künftig muss der Hersteller das Gerät so bauen, dass ihr das Teil austauschen könnt, ohne das ihr dabei das Gerät zerstören müsst. Außerdem darf es keine Bedingung sein, dass ihr Spezialwerkzeug braucht.

"Teile müssen zerstörungsfrei getauscht werden können – und zwar ohne Spezialwerkzeug."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Mit den neuen Regeln will die EU-Kommission auch zum Klimaschutz beitragen. Denn die Reparatur der Geräte spart Ressourcen. Wenn wir sie weiterverwenden, anstatt wegzuwerfen und neue zu kaufen, verbraucht das weniger Rohstoffe und weniger CO2.

Dass eher weggeworfen als repariert wird, zeigt sich anhand der Nutzungsdauer von Geräten. Vor 15 Jahren wurden zum Beispiel Waschmaschinen im Durchschnitt noch 2,5 Jahre länger benutzt als heute, das zeigt eine Studie des Umweltbundesamtes. Ein Grund dafür ist eben, dass die Reparatur nicht möglich oder zu teuer ist und das Gerät dann auf dem Müll landet.

Gilt leider nicht für kleine Elektrogeräte

Die neuen Regeln klingen alles in allem sinnvoll, nur leider gelten sie nicht für kleine Elektrogeräte wie Fön, Toaster oder Kaffeemaschinen. Alles Geräte, die ebenfalls schnell im Müll landen, wenn sie kaputt sind und vielleicht nur eine Kleinigkeit defekt ist.

Auch für Smartphones gilt die Verordnung nicht, obwohl auch da Handlungsbedarf besteht. Doch bei Smartphones ist die Nutzungsdauer ohnehin viel geringer als bei Elektrogroßgeräten. Hier geht es ja eher darum, dass immer wieder neue Modelle entwickelt werden. "Aber die EU ist an dem Thema dran", sagt Konstantin Köhler. Es wird aber eher um die Möglichkeit des Recyclings gehen, weniger um das Reparieren.